US-Präsidentschaftswahl
Kohlearbeiter hoffen auf Trumps Hilfe

Unter den Kohlearbeitern in West Virginia keimt Hoffnung angesichts des Wahlsieges von Donald Trump. Doch an eine Rückkehr der guten alten Zeiten glaubt hier niemand mehr.
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WilliamsonDas Kohlerevier von West Virginia erwartet Großes von Donald Trump. Der künftige US-Präsident steht wegen eines Wahlkampfversprechens bei den Kumpeln in der Pflicht: Er hatte gelobt, die Bergbauindustrie der Appalachen wiederbeleben.

Dass ihm das vollständig gelingt, glauben weder Ökonomen noch ehemalige Bergleute – noch nicht einmal solche, die seit neuestem wieder Arbeit haben. Doch zum ersten Mal seit vielen Jahren schöpfen manche in den vergessenen Bergbaustädtchen Hoffnung.

Für die meisten war Trump die einzige Option. Schließlich versprach er, das Kohlemoratorium von Präsident Barack Obama rückgängig zu machen und nannte dessen Bergbau-Politik „lächerlich“. In Charleston betonte er vor Bergleuten: „Wir werden uns darum kümmern, dass ihr jahrelang schrecklich behandelt wurdet.“ West Virginia stimmte am 8. November mehrheitlich für Trump, den Bergbau-Milliardär und Demokraten Jim Justice machten die Wähler zum Gouverneur.

Schlecht behandelt fühlte sich etwa Roger Prater. 20 Monate lang war er ohne Arbeit. „Ich habe mein Haus verloren, mein Fahrzeug, alles“, sagt er. Kurz vor der Wahl wurde er mit einigen anderen wieder eingestellt, nun soll er wieder unter Tage fahren. Zwar ist der 31-Jährige noch jung genug, wieder neu anzufangen, doch nur vorsichtig optimistisch: „Während Trumps Amtszeit wird es uns wohl gut gehen, doch danach – wer weiß?“

Auch Branchenexperten sind skeptisch: Ein potenzieller Aufschwung im Bergbausektor würde sich weiter im Westen abspielen und nicht in den Kohlefeldern von Kentucky und West Virginia im Osten. Und die besten Zeiten sind ohnehin vorbei: 2015 gab es in den USA nur noch rund 66.000 Jobs im Bergbau - der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik 1978. Seit dem Höhepunkt 2008 gingen 20.000 Stellen verloren, nach vorläufigen Zahlen in diesem Jahr noch einmal 10.000 Jobs.

„Ich glaube an den Kerl“

Am ehesten werden noch die Bergwerke im Westen von Trump profitieren: In Wyoming, Montana, Colorado und Utah liegen riesige Kohlereserven auf Staatsgebiet. Dave Bettcher ist Betriebsleiter bei Wolf Mountain Coal nahe Decker in Montana. „Ich glaube an den Kerl“, sagt er über Trump, während ein Förderband Kohle in einen Lastwagen schiebt. „Wenn er sein Versprechen halten kann, wird er vielen Leuten helfen.“ Acht Jahre Anti-Kohle-Politik in Washington hätten die Branche in schwere Nöte gebracht.

Im Januar belegte die Obama-Regierung – teils wegen der Erderwärmung – neue Leasingverträge mit einem Moratorium, während das staatliche Kohleprogramm drei Jahre lang überprüft werden sollte. Trump schwor, das Moratorium aufzuheben, was riesige Kohlereserven zugänglich machen könnte.

Ihre Verbrennung würde nach Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA 3,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid freisetzen, was dem jährlichen Schadstoffausstoß von 700 Millionen Autos entspräche. Trump versprach außerdem, Obamas Clean Power Plan zu kippen – Emissionsbeschränkungen, die den Einsatz von Kohle für Energieversorger teurer machen würden.

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