US-Vorwahlen
Hillary Clinton schreibt Geschichte

Hillary Clinton hat es geschafft: Sie wird Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Amerika sei bereit für eine Mrs. President, sagt Clinton. Doch noch macht ihr der parteiinterne Rivale Bernie Sanders Ärger.
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San FranciscoDie Nationalhymne war verklungen. Doch die Kandidatin nahm sich ein paar Minuten Zeit, bevor sie den zum Bersten gefüllten Saal im New Yorker Stadtteil Brooklyn betrat. Händeschüttelnd arbeitete sie sich zum Rednerpult vor und strahlte mit den Scheinwerfern um die Wette. Hillary Clinton, Kandidatin der demokratischen Partei für das Amt des 45. Präsidenten der USA, feiert ihren Sieg.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Landes, dass eine Frau die Kandidatin einer großen Partei sein wird. Wir haben einen Meilenstein erreicht“, rief sie unter dem Jubel ihrer Anhänger am Dienstagabend. Es dauerte acht Jahre länger als sie gedacht hatte.

2008 hatte sie zum ersten Mal versucht, US-Präsidentin zu werden und war gescheitert. Aber jetzt sei die „gläserne Decke“, an die Frauen bei ihrem Aufstieg stießen, fast zersprungen, sagte Clinton. Nun will die 68-Jährige Donald Trump besiegen und endgültig die unsichtbare Barriere durchbrechen.

Es war ihre Nacht. In New Jersey, New Mexico, Montana, South Dakota und Kalifornien setzte sie sich nach Angaben von US-Medien teilweise sehr deutlich durch. Das war eine bittere Niederlage für Clintons Rivalen Bernie Sanders; dieser wollte mit einem Sieg in Kalifornien das Ruder noch einmal herumreißen. Nur North Dakota ging demzufolge an den Senator aus Vermont. Das ist nicht mehr als ein Trostpreis und reicht kaum noch für einen würdevollen Abgang. „The Bern“ ist erloschen.

An Rückzug denkt er dennoch nicht. In einer Rede vor Anhängern kündigte er an, auch bei der letzten Vorwahl der Demokraten kommende Woche anzutreten. Zudem werde er auf dem Nominierungsparteitag im Juli für seine Anliegen kämpfen.

Soviel ist klar: Der 74-Jährige, der Clinton nach dem heutigen Delegiertenstand nicht mehr einholen kann, würde spätestens beim Parteitag im Juli untergehen. Bislang hat er es nicht geschafft, nur einen der fast 550 „Superdelegierten“, die an keine Weisungen bei der Stimmabgabe gebunden sind, auf seine Seite zu ziehen.

Nicht die leichteste Absetzbewegung war zu erkennen. Dass sie jetzt noch kommt, nachdem Clinton endgültig mehr Wählerstimmen und mehr Delegierte hat, ist mehr als unwahrscheinlich. Letztlich, das hat der Dienstag gezeigt, müsste Sanders von den „Superdelegierten“ genau das verlangen, was er ihnen im Falle Clinton indirekt vorwirft: Den Wählerwillen zu beugen.

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  • Mir gefällt Trump besser. Den kann Goldman nicht so einfach kaufen.

  • Am Ende wird es in den USA wohl so gehen, wie in Österreich. Beim Stimmern auszählen setzt sich das Establishment wieder durch.

    Aber immerhin durfte das Volks mal von einem konservativen Politiker an der Spitze träumen.

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