US-Vorwahlen
In Wisconsin erlebt Trump sein Waterloo

Bei den Vorwahlen in Wisconsin lassen die Favoriten Federn, die Außenseiter Cruz und Sanders gewinnen. Besonders für Trump ist die Niederlage bitter – er kann nun nur noch schwer auf die nötigen 1237 Delegierten kommen.
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WashingtonVor Wochen hatte sich die republikanische Elite eines geschworen: „Never Trump“. Nun gibt es endlich was zu feiern. Donald Trump hat bei der Vorwahl in Wisconsin einen schweren Rückschlag erlitten. Der klare Sieger des Abends ist Ted Cruz.

In Trumps Wahlkampfteam wächst die Nervosität. Das Online-Magazin Politico berichtet von internen Auseinandersetzungen und einer Entlassungswelle. Trumps Strategie war bisher voll auf ihn selbst zugeschnitten, er hat einen Personenkult begründet. In der Frühphase des Vorwahlverfahrens hatte ihn das beflügelt. Nun aber beginnt es sich zu rächen.

Trumps Strahlkraft verblasst mit jedem neuen Interview, in dem er seine Ahnungslosigkeit offenbart. Ob Abtreibung oder Außenpolitik – Trump hat keine seiner Positionen durchdacht und es fällt ihm zunehmend schwer, seine intellektuellen Defizite mit seinen Entertainer-Qualitäten zu überspielen. Erstmals in diesem Wahlkampf wirkt er ernsthaft angeschlagen.

Die Parteiführung der Republikaner fürchten nicht nur, dass eine Trump-Kandidatur eine sichere Niederlage gegen Hillary Clinton bedeuten würde, sondern dass der Populist die Partei auf Jahre hinaus als unzurechnungsfähig brandmarken würde. Mit Trump auf dem Stimmzettel wäre die Mehrheit im Senat in Gefahr und, was selbst die kühnsten Optimisten der Demokraten bis vor kurzem nicht zu hoffen gewagt hatten, wohl auch die Kontrolle des Abgeordnetenhauses.

Darum schart sich das konservative Establishment, die Riege der Vordenker, Finanziers und Funktionäre, nun um Cruz, den Hardliner aus Texas. Dabei hat der reaktionäre Senator sich viele Feinde in seiner Partei gemacht, unter seinen Senatskollegen ist er regelrecht verhasst. „Wenn du Ted Cruz im Plenum des Senats töten würdest und das Gerichtsverfahren im Senat stattfände – niemand könnte dich verurteilen“, ätzte Senator Lindsey Graham kürzlich. Doch selbst Graham ist Cruz inzwischen lieber als Trump. Cruz ist zumindest linientreu, Trump völlig unberechenbar.

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Kasich als der lachende Dritte?

Kommentare zu " US-Vorwahlen: In Wisconsin erlebt Trump sein Waterloo"

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  • Naja, Hauptsache Trump oder Sanders! Was über Hillary Clinton bisher geleakt wurde, da wäre ein Normalbürger schon im Gefängnis oder in der Psychatrie und was man über diesen Ted Cruz liest ist im psychologischen Bereich auf ziemlich übel.

  • @HB:

    Eine kleine Anregung für die nächsten Präsidentschaftskandidaturen in Amerika:

    Es wäre für die Leser sehr hilfreich, zu solchen Artikeln eine kleine Balkengraphik zu erstellen, welcher Kandidat zum Erscheinen des Artikel wieviele Stimmen auf sich vereinen konnte.

  • Ob es für Trump wirklich das Waterloo war oder vielleicht doch nur sein Dünkirchen, wird man sehen.

    Es stehen noch wichtige Vorwahlen an, darunter das im Gegensatz zu Wisconsin bevölkerungs- und wahlmännerreiche New York.

    Es spricht jedenfalls alles dafür, daß Trump als der Kandidat, der in den Vorwahlen am meisten Stimmen gewonnen hat, zum Wahlparteitag kommen wird. Und ob dann dennoch die Delegierten entgegen diesem Vorentscheid einen der Verlierer auf den Schild geben werden, weil das Parteiestablishment dem im Gegensatz zu Cruz nicht linientreuen Trump haßt, kann wohl niemand voraussagen.

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