US-Vorwahlen
Von Hütchenspielertricks und gesetzten Siegern

Der Anti-Trump-Pakt bei den Republikanern könnte Donald Trump erst recht Protestwähler in die Arme treiben. Am heutigen „Super Tuesday“ wird in fünf US-Bundesstaaten gewählt. Hillary Clinton ist bereits eine sichere Siegerin.

San FranciscoLässt sich Donald Trump mit billigen Hütchenspielertricks noch aufhalten? Die Verzweiflung der Republikaner über dessen Siegeszug treibt seltsame Blüten – und könnte am heutigen Super-Wahl-Dienstag alles nur noch schlimmer machen. In Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island finden Vorwahlen statt.

Der neue Pakt von John Kasich und Ted Cruz – den parteiinternen Rivalen Trumps – könnte bewirken, dass das ohnehin auf Rebellion getrimmte Parteivolk nun aus Protest erst recht Trump die Stimme gibt. Die republikanische Partei ist dabei, sich selbst zu zerlegen. Immer deutlicher wird, wie antiquiert und schwer durchschaubar die Regeln für die Wahl der Präsidentschaftskandidaten sind – mit unterschiedlichen Regeln in den Bundesstaaten. Da wird geschachert, was das Zeug hält

John Kasich, Gouverneur von Ohio, hatte am Sonntag erklärt, er werde bei der für den 3. Mai geplanten Vorwahl in Indiana seinem Rivalen Ted Cruz das Feld überlassen und dort nicht antreten. Im Gegenzug gab das Lager des texanischen Senators Cruz bekannt, er werde Kasich bei den Abstimmungen in Oregon und New Mexico „den Weg bahnen“. Das hat es noch nie gegeben: Zwei Kandidaten einer Partei verbünden sich, um einen parteiinternen Rivalen auszubremsen.

Das Ziel: eine Kampfabstimmung auf dem Republikaner-Parteitag im Juli. Erhält dort kein Kandidat im ersten Wahlgang eine 50-Prozent-Mehrheit, sind alle Delegierten automatisch wieder frei in ihren Entscheidungen und in den folgenden Abstimmungen nicht mehr an das Wählervotum gebunden. Trump könnte also im parteipolitischen Ränkespiel überstimmt werden.

Entsprechend verärgert zeigt sich Donald Trump über solche Tricksereien. „Es ist traurig, dass zwei gestandene Politiker zu solchen Absprachen gegen eine Person greifen müssen, die erst seit zehn Monaten in der Politik ist“, so der Frontrunner der republikanischen Partei. Das Ganze zeige wieder einmal, wie manipuliert das gesamte System der Vorwahlen der Partei sei und es bestärke ihn nur darin, „zum Wohle der Partei und des Landes“ fortzufahren. Ted Cruz verteidigte die Aktion dagegen: „Trump als Kandidat wäre ein vollständiges Desaster für die Partei.“ Er würde nicht nur „von Clinton oder Sanders zerlegt“ werden, sondern die Partei um eine Generation zurückwerfen.

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Sanders könnte nach den Vorwahlen aufgeben

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