US-Vorwahlkampf: Zwei Milliardäre schmieden eine Anti-Trump-Allianz

US-Vorwahlkampf
Zwei Milliardäre schmieden eine Anti-Trump-Allianz

Der Erfolg von Donald Trump ruft mächtige Gegner auf den Plan: Die Koch-Brüder wollen mit ihren Milliarden das Image des republikanischen Kandidaten ruinieren. Doch damit begeben sie sich auf dünnes Eis.

San FranciscoSie sind gefesselte Goliaths: Die Brüder Charles und David Koch. Jeder von ihnen ist rund 45 Milliarden US-Dollar schwer und damit in den Top Ten der reichsten Menschen der Welt. Sie sind Herrscher über ein gigantisches Imperium aus Öl, Gas und Chemie und haben ein Netzwerk aus superreichen Spendern aufgebaut, das in seiner Macht die republikanische Partei selbst in den Schatten stellt. Eigentlich sind sie sogar schon die republikanische Partei, schwant politischen Beobachtern mittlerweile.

Sie haben die feste Absicht, 900 Millionen Dollar in den Wahlkampf um das Amt des amerikanischen Präsidenten zu stecken, und wollen so ihren Kandidaten durchbringen. Doch dabei gibt es ein Problem: Sie wissen zwar genau, was sie gerne erreichen würden – sie wollen Donald Trump stoppen. Aber sie wissen nicht, wie sie das anstellen können. Denn wenn sie einen Fehler machen, dann sind genau sie es, die ihn ins Weiße Haus katapultieren.

Eine Szene aus der Diskussion der demokratischen Bewerber Hillary Clinton und Bernie Sanders am vergangenen Donnerstag spricht Bände. Sanders, auf Augenhöhe mit Clinton in den Umfragen, betont, dass er keine Millionen von Dollars von Wall-Street-Firmen für Redehonorare oder Spenden bekommen habe. Hillary Clinton verteidigt ihre Position, ihre Honorare und Spenden und beschwört, diese Gelder hätten keinen Einfluss auf ihre Unabhängigkeit.

Die Koch-Brüder werden bei der Debatte genau zugehört haben, obwohl sie keinen der Demokraten im Oval Office sehen wollen. Denn Geld ist auch ihr Problem. Sie haben einfach zu viel davon zu verteilen und damit machen sie sich nicht nur Freunde. So mögen sie den aufgeblasenen Milliardär Donald Trump nicht. Da haben sie viel mit anderen Elite-Republikanern gemeinsam. Der polternde und egozentrische Provokateur mit seinen extremen Ansichten passt nicht in ihre Welt.

Wie die üblicherweise gut vernetzte politische Website „The Hill“ berichtet, haben sich die Kochs am vergangenen Wochenende mit rund 500 einflussreichen Großspendern in Kalifornien getroffen. Ein großer Teil der Beratungen und Gespräche habe sich darum gedreht, wie man die Schwächen aller Kandidaten ausnutzen könne, vor allem die von Donald Trump.

So wie die Demokraten sind die Strategen der Koch-Brüder der Ansicht, dass es Trumps oft halbseidene Bankrotte sind, die er mithilfe von Steuerzahler-Geld ausgeritten hat, und seine zweifelhaften Geschäfte, die man thematisieren und damit das Image des makellosen Geschäftsmanns und ewigen Siegers ruinieren könnte. Denn sonst hat der Immobilien-Tycoon Donald Trump wenig aufzuweisen: Ihm fehlt jede außen- und innenpolitische Erfahrung und seine Wirtschaftspolitik ist schnell zusammengefasst. Motto: Wenn einer weiß, wie es geht, dann ich.

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