US-Wahl 2016: Auf der Suche nach dem „Trump-Killer“

US-Wahl 2016
Auf der Suche nach dem „Trump-Killer“

Selbst die Republikaner wollen Donald Trump als nächsten US-Präsidenten unbedingt verhindern. Die letzte Chance dazu rückt näher. Damit die nicht verstreicht, startet die Partei einen verzweifelte Rettungsversuch.

Er provoziert, hetzt gegen Muslime, bezeichnet seine politischen Rivalen gerne mal als „hässlich“ und sinniert öffentlich über die Menstruation einer Moderatorin: Donald Trump (69) entsetzt die Bevölkerung in den USA mit seinem Wahlkampf und zusehends auch seine eigene Partei, die Republikaner. Und trotzdem marschiert der Immobilienmilliardär in den Vorwahlen von Sieg zu Sieg.

Allein am „Super Tuesday“ sicherte sich der Rechtspopulist die Mehrheit in sieben von elf Bundesstaaten. Auch wenn es paradox klingt: Viele Kritiker Trumps hatten gerade darauf gesetzt. Sie hofften, dass nach haushohen Siegen Trumps einige abgeschlagene Kandidaten freiwillig aus dem Rennen ausstiegen – und sie so Trump bei den folgenden Wahlen schwächen würden. Denn das hätte zur Folge, dass sich die Stimmen in den Vorwahlen nicht mehr auf so viele moderate Kandidaten verteilen würden. Ein Phänomen, das zurzeit vor allen Dingen Donald Trump hilft.

Um Trump zu stoppen, müssten demnach einige Kandidaten aus dem Rennen um die Nominierung aussteigen. So könnten die übrig gebliebenen Bewerber mehr Stimmen auf sich vereinen und damit Donald Trump besiegen. So jedenfalls das Kalkül. Die vermutlich letzte Chance dazu bietet sich am 15. März. Denn dann wird in gleich fünf Bundesstaaten gewählt, darunter die bevölkerungsreichen Länder Florida, Illionois und Ohio. Gewinnt der Rechtspopulist dort, wäre das ein gewaltiger Schritt hin zu den 1.237 Delegierten-Stimmen, die es braucht, um als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden. Können die anderen Kandidaten das nicht verhindern, würde Trump tatsächlich gegen die Demokraten Hillary Clinton oder Bernie Sanders ins Rennen gehen.

Der ultrakonservative Kandidat Ted Cruz appelliert deshalb bereits an die anderen Bewerber: „An die Kandidaten, die noch keinen Staat gewonnen haben und keine Delegierten gewonnen haben: Ich bitte euch, dass wir uns vereinen. Das ist der einzige Weg Donald Trump zu schlagen.“

Doch dass die Bewerber sich Cruz anschließen, ist derzeit mehr als unwahrscheinlich. Denn auch wenn sich alle einig sind, dass ein einzelner Bewerber gegen Trump bessere Chancen hätte, will keiner freiwillig aus dem Rennen ausscheiden. Stattdessen nehmen die Kandidaten jeden noch so kleinen Erfolg als Grund, um zu zeigen, dass sie der bestmögliche „Trump-Killer“ sind.

Ted Cruz beispielsweise gewann in seinem Heimatstaat Texas und im erzkonservativen Oklahoma. Für ihn ein Beweis, dass er der Einzige ist, der es mit Donald Trump aufnehmen kann: „Wir sind die einzigen, die Donald Trump geschlagen haben – einmal, zweimal, dreimal“, sagte der Ultrakonservative nach dem „Super Tuesday“.

Ähnlich klingt es aus dem Lager des eher moderaten Marco Rubio. Er steht in vielen Umfragen nicht so gut dar, konnte aber am „Super Tuesday“ in Minnesota auch einen Sieg einfahren. Er hofft jetzt auf einen Lauf und will am 15. März die Stimmen in den moderaten Staaten für sich gewinnen. An Selbstbewusstsein fehlt es ihm nicht: In seinen Reden spricht er stets von der Zeit, „wenn ich Präsident der USA bin“.

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Selbst Flehen hilft nicht

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