US-Wahl 2016
Der Anti-Trump

John Kasich ist der neue Hoffnungsträger des republikanischen Establishments. Er soll Donald Trump stoppen. Eine Chance bleibt dem Gouverneur von Ohio noch: eine Kampfabstimmung auf dem Parteitag.

WashingtonDie Gegner von Donald Trump im Establishment der US-Republikaner haben einen neuen Hoffnungsträger: Gouverneur John Kasich konnte am Dienstag bei den Vorwahlen in seinem Heimatstaat Ohio den umstrittenen Milliardär schlagen – und machte es damit besser als Senator Marco Rubio, der nach seiner bitteren Niederlage in seinem Heimatstaat Florida noch am Wahlabend das Handtuch warf.

Lange hatten die Hoffnungen des Partei-Establishments überwiegend auf Rubio geruht, den Siegeszug Trumps noch ausbremsen zu können. Mit seinem Ausscheiden ist das Feld der Bewerber von vier auf drei geschrumpft. Da die Parteioberen den erzkonservativen Senator Ted Cruz aber kaum minder ablehnen als Trump, ist Kasich zum neuen Liebling der Etablierten avanciert.

Zwar liegt der Gouverneur von Ohio in der Zählung der Delegiertenstimmen für die im Juli anstehende Nominierung des Kandidaten nach wie vor weit hinter Trump. Doch sein Sieg im Heimatstaat hat immerhin gezeigt, dass die Kampagne des rechtspopulistischen Immobilienmoguls noch nicht derart an Fahrt gewonnen hat, dass sie zum Selbstläufer geworden ist.

Selbstbewusst kündigte Kasich am Wahlabend eine Aufholjagd an und verwies darauf, dass in den kommenden Wochen noch mehr als tausend Delegiertenstimmen zu vergeben seien. Allerdings gilt als unwahrscheinlich, dass der Gouverneur die für die Nominierung nötigen 1.237 Stimmen erreicht. Kasich dürfte darauf bauen, dass keiner seiner Rivalen diese Schwelle erreicht und es deshalb zu einer Abstimmung auf dem Parteitag kommt – die der Gouverneur gewinnen könnte. Denn dann hat Kasich gleich zwei Vorteile: Zum einen findet die Abstimmung in Ohio statt, wo er seit 2011 Präsident ist. Und zum anderen hat er mit dem gesamten Establishment der Republikaner starke Unterstützer im Rücken.

Von Kasichs Sieg in Ohio geht auch das Signal aus, dass Trump geschlagen werden kann, ohne dass dafür sein polemischer Wahlkampfstil imitiert werden muss. Während Rubio dem Populisten zumindest punktuell in der aggressiven Rhetorik nacheiferte, hat sich der Gouverneur stets zurückgehalten. Er pflegt ein Image als sachlicher und moderater Antipode der lautstarken Kraftmeier, mit denen er es im republikanischen Bewerberfeld zu tun hat.

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