US-Wahl 2016
Obama und Clinton – vom Feind zum Freund

Am Dienstagabend machen die einstigen Rivalen erstmals gemeinsam Wahlkampf. Für Clinton ist Obamas Unterstützung von großer Bedeutung. Der US-Präsident könnte vor allem junge Wähler, Schwarze und Hispanics mobilisieren.

WashingtonErst waren sie erbitterte Rivalen, dann Verbündete und schließlich Kollegen. Und wenn US-Präsident Barack Obama und Hillary Clinton am Dienstag gemeinsam auf die Wahlkampfbühne steigen, läuten sie eine neue Phase in ihrer Beziehungssaga ein – als voneinander Abhängige.

Denn die Aussichten Clintons auf eine Nachfolge Obamas hängen ganz erheblich davon ab, ob sie dessen Anhängerschaft auf ihre Seite ziehen kann. Obamas Vermächtnis wiederum steht und fällt mit Clintons Erfolg. Gut acht Jahre nach ihrer Schlacht um die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten dürften die beiden die nächsten vier Monate damit verbringen, kräftig die Werbetrommel für den jeweils anderen zu rühren.

Tatsächlich werde die Vom-Feind-zum-Freund-Saga auch im Zentrum des Auftritts von Obama und Clinton in Charlotte im Staat North Carolina stehen, ließen Berater beider Seiten wissen. Der Präsident werde quasi als Leumundszeuge seiner früheren Außenministerin fungieren.

Diese Art der Schützenhilfe kommt nicht von ungefähr: Clinton hat Mühe, die Wähler von ihrer Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit zu überzeugen. Und aus Sicht vieler Demokraten ist kein Politiker besser geeignet, von ihr gutes Zeugnis abzulegen als jener Mann, der sich einst selbst zu den Clinton-Skeptikern zählte – und nun nach eigenem Bekunden einer ihrer größten Fans ist.

„Ich denke, dass er sehr hilfreich sein kann, insbesondere bei den demokratischen Wählern und einigen unabhängigen Wählern, die Zweifel haben“, sagt David Axelrod, Chefstratege von Obamas erfolgreicher Vorwahlkampagne von 2008, über die Hilfe des Amtsinhabers. „Das kann er tun, indem er seine eigenen Erfahrungen teilt. Sie waren Rivalen, sie hatten ihre Differenzen, das verleiht ihm zusätzliches Gewicht.“

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Der Präsident als Wahlkampfwaffe

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