US-Wahl 2016
Trump verliert Unterstützung konservativer Latinos

Mit einer Rede zur Einwanderung wollte Donald Trump Klarheit über seine Positionen schaffen. Aber konservative Latinos fühlen sich von ihm in die Irre geführt. Der Kandidat selbst hat eine andere Erklärung.

WashingtonDer republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat es sich mit seiner jüngsten Rede zur Einwanderungspolitik auch mit konservativen Latinos in den USA verdorben. Der Präsident der Latino Partnership for Conservative Principles, Alfonso Aguilar, sagte am Donnerstag (Ortszeit), er ziehe seinen Wahlaufruf für Trump zurück. Andere Latino-Vertreter warfen Trump vor, sie vor der Rede getäuscht zu haben.

Auch Aguilar sagte, Trump habe vor seiner Rede signalisiert, dass er von seiner harten Linie in der Einwanderungspolitik abweichen und nur zur Abschiebung verurteilter Krimineller aufrufen werde. Trump habe sich dann aber anders geäußert. „Ich sehe jetzt nicht mehr, wie ich ihn noch unterstützen könnte“, sagte Aguilar. Trump sei politisch am Ende und werde die Wahl verlieren.

Trump hatte im Vorwahlkampf mit abfälligen Bemerkungen über Zuwanderer aus Lateinamerika für Furore gesorgt, in den vergangenen Tagen aber den Eindruck erweckt, dass er etwa auf die Forderung verzichten könnte, alle Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung abzuschieben.

In seiner Rede vom Donnerstag sagte er dann aber, falls er Präsident werde, müssten alle mit Abschiebung rechnen, die illegal in die USA eingereist sind. Das sind etwa elf Millionen Menschen, die meisten aus Lateinamerika. Trump kündigte an, eine Arbeitsgruppe solle Prioritäten für die Deportation festlegen. Auch die legale Einwanderung wolle er einschränken.

Der Vizepräsident der National Hispanic Christian Leadership Conference, Tony Suarez, sagte, Trump habe noch am Montag den Eindruck erweckt, er werde seine Positionen mäßigen und versöhnliche Töne anschlagen. Konservative Latinos hätten versucht, mit Trump vernünftig zu reden. „Es gibt einige von uns, die sich weit aus dem Fenster gelehnt haben“, sagte Suarez. Nach der Rede sei er verwirrt und enttäuscht.

Ein Mitglied von Trumps Beratergremium für den Umgang mit Latinos kündigte an, den Kandidaten nicht länger zu unterstützen. Er habe Trump einen Plan vorgelegt, wie er Kriminelle ausweisen und auf Millionen ehrlich und hart arbeitende Zuwanderer zugehen könne, schrieb Jacob Monty auf Facebook. „Er hat das heute Abend zurückgewiesen, also muss ich ihn zurückweisen“.

Ein Sprecher von Trumps Wahlkampfteam sagte, der Kandidat könne es nicht allen recht machen. Gebe Trump nach, werde ihm Wankelmut vorgeworfen, bleibe er bei seiner Linie, gelte er als Enttäuschung, sagte Darrell Scott.

Trump selbst sagte, er sei von vielen nicht richtig verstanden worden, weil die Zuhörer bei seiner Rede so laut gewesen seien. Zunächst wolle er die „schlechten Spieler“ wie Drogendealer und Bandenchefs ausweisen. Auf die Frage, was mit den Millionen anderen Zuwanderern geschehen solle, sagte er dem Sender Fox News, das werde er entscheiden, wenn die Grenze gesichert sei. Zu Trumps Ideen gehört der Bau einer Grenzmauer, die unerlaubte Zuwanderung stoppen soll.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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