US-Wahl 2016
Trumps letzter Trumpf

Donald Trump fetzt sich mit der US-Luftfahrtbehörde, denn eines seiner Luxus-Anwesen liegt in der Einflugschneise eines Flughafens. Sollte er Präsident werden, könnte er das ändern. Besonders einer hat davor Angst.

Palm BeachSeit zwei Jahrzehnten liegt Donald Trump mit der US-Luftfahrtbehörde im Clinch. Grund sind die Flugrouten am Palm Beach International Airport in Florida. Die führen nämlich direkt über ein Luxusanwesen des Milliardärs. Auf dem Rechtsweg war daran bisher nichts zu ändern.

Eine Alternative nannte Flughafenchef Bruce Pelly 2011 in einem Interview mit der „Palm Beach Post“: „Die Lösung für ihn wäre die, sich zum Präsidenten wählen zu lassen.“ Dann nämlich sei eine Entscheidung per Präsidialerlass möglich. Was damals wohl eher ein Scherz sein sollte, könnte nun Realität werden. Doch würde Trump diesen Trumpf wirklich spielen?

„Ich würde mich raushalten“, sagte der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner kürzlich der Nachrichtenagentur AP. Doch im gleichen Atemzug forderte er, dass die Flugzeuge unmittelbar nach ihrem Start in Palm Beach nach Norden oder Süden „ausschwärmen“, und somit einen Bogen um das als Luxus-Club genutzte Gebäude aus den 1920er Jahren machen sollten. Die Vibrationen und die Abgase könnten sonst die historische Bausubstanz schädigen.

Auf knapp sieben Hektar erstreckt sich der denkmalgeschützte Mar-a-Lago-Club zwischen Atlantik und dem Lake Worth. Wer das Anwesen als Mitglied nutzen möchte, zahlt einmalig 100.000 Dollar (90.000 Euro) für die Aufnahme und anschließend 14.000 Dollar (12.500 Euro) Jahresgebühr. Hier sind die Reichen also unter sich – ob beim Tennis, am Privatstrand oder in dem 1.850 Quadratmeter großen Ballsaal. Noch schöner wäre es natürlich ohne den Fluglärm. Oft fliegen die Passagierjets in weniger als 500 Meter Höhe über das Gelände hinweg.

In dieser erbittert geführten Privatfehde hat Trump vor allem Pelly auf dem Kieker. Im Rahmen eines Rechtsstreits im Jahr 2011 bezeichnete er ihn als „den schlechtesten Flughafen-Manager der USA“. In einem Schreiben an die zuständige Behörde FAA („Federal Aviation Administration“) kritisierte er Pelly auch wegen eines Infrastrukturprojekts, das nichts mit dem Fluglärm zu tun hat.

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