US-Wahl 2016
Wer wird Hillary II.?

Eine Frau? Ein Einwanderer? Sogar ein Republikaner? Noch ist unklar, wer als Vizepräsidentschaftskandidat mit Hillary Clinton in den Wahlkampf zieht. Ein paar Kandidaten sind jedoch in der engeren Auswahl.

Knapp fünf Monate vor der Wahl hat Hillary Clinton eine wichtige Entscheidung zu treffen: Wer soll an ihrer Seite Vizepräsidentschaftskandidat werden? Bei der Auswahl kommt es nicht nur darauf an, wichtige Wählergruppen, wie zum Beispiel Hispanics anzusprechen. Clinton muss weit über den Wahltag im November hinaus denken, denn ihre Entscheidung könnte sich nicht nur auf die Bemühungen der Demokraten auswirken, die Mehrheit im Senat zurückzugewinnen, sondern auch auf die Kongresswahlen 2018.

Clintons Sorgen drehen sich um Senatoren, deren Sitze von einem republikanischen Gouverneur übernommen würden, wenn sie ins Weiße Haus einzögen, wie aus Kreisen der demokratischen Partei verlautete. Dies gilt zum Beispiel für Cory Booker aus New Jersey und Sherrod Brown aus Ohio. Diese beiden wurden von Clintons Team für den Vize-Posten zumindest in Betracht gezogen, wobei unklar ist, ob sie immer noch im Rennen sind.

Der Auswahlprozess verläuft zügig. So haben Anwälte bereits Dokumente und Fragebögen von Senatorin Elizabeth Warren (Massachusetts), Senator Tim Kaine (Virginia) und dem amtierenden Städtebauminister unter Präsident Barack Obama, Julian Castro (Texas), angefordert. Für Anfang Juli sind Gespräche mit Clinton geplant.

Führende Demokraten wie der Sprecher der Minderheitsfraktion im Senat, Harry Reid, und sein designierter Nachfolger im kommenden Jahr, Senator Jon Tester, zeigten sich besorgt über Clintons mögliche Wahl eines Vizepräsidentschaftskandidaten. Ihr Ziel ist die Mehrheit im Senat und dafür müssen die Demokraten im November vier Sitze hinzugewinnen.

Wenn in einem der umkämpften Staaten ein republikanischer Gouverneur regiere, sei das praktisch unmöglich, erklärte Reid im vergangenen Monat.

Eine Ausnahme nannte er aber: Elizabeth Warren. Reid und andere Demokraten haben die Vorgaben in Massachusetts für die Besetzung eines frei werdenden Sitzes im Senat genau studiert und glauben, sie könnten zügig eine Wahl ansetzen, die dann ihrer Einschätzung nach ein Demokrat gewinnen würde. Und das alles bevor der neue Präsident oder die neue Präsidentin ihr Amt antritt. Gouverneur Charlie Baker, ein Republikaner, hätte aber die Befugnis, zumindest eine zeitlich befristete Vertretung zu ernennen.

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