US-Wahl

Donald Trump – ein Fall für den Psychiater?

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„Ich denke, er ist gefährlich und sprunghaft“
Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
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Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
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Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
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„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
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Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
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Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
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Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
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Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

Das Wahlkampf-Team von Trump wollte diese Aussage nicht kommentieren. Der republikanische Kandidat und seine Anhänger haben Clinton als gestört und unausgeglichen bezeichnet. Amateur-Psychologen beschäftigen sich seit Jahren mit der Frage, warum Clinton sich nach Affären ihres Mannes Bill nicht von ihm trennte. In den Interviews sprach keiner der Psychologen ihre geistige Gesundheit an.

Katherine Nordal, bei der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft verantwortlich für den Bereich berufliche Praxis, betrachtet es ebenfalls als unangemessen, wenn Psychologen Diagnosen über Menschen anstellen, die sie nie untersucht haben. „Mit Diagnosen um sich zu werfen, ist eine gefährliche Sache“, erklärt sie.

Eine Gruppe von Fachleuten warnte dennoch in einer Petition, die von mehr als 2.000 Therapeuten unterzeichnet wurde, vor den Gefahren von Trumps Ideologie. Sie stellten keine Diagnose, sondern konzentrierten sich auf die Aussagen und Auftritte des Kandidaten. Trump normalisiere mit seiner Rhetorik, was nicht normal sei, „die Tendenz, andere in unserem Leben für unsere persönlichen Ängste und Unsicherheiten verantwortlich zu machen“, hieß es.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, gekennzeichnet von einem übersteigerten Selbstwertgefühl, einem starken Bedürfnis nach Bewunderung und fehlendem Mitgefühl für andere, ist nach Ansicht von Experten eher ein Verhaltensmuster als eine psychische Krankheit, wie zum Beispiel Schizophrenie.

Einige Psychologen und Psychiater betrachten es als ihre Pflicht, die Öffentlichkeit vor einer nahenden Gefahr zu warnen. „Wir erkennen ein möglicherweise gefährliches Verhaltensmuster und wenn ein Mediziner davor warnen will, dann soll er das auch tun dürfen“, sagt Claire Pouncy, Präsidentin des Verbands zur Förderung von Philosophie und Psychologie und Co-Autorin Krolls in der Kritik an der Goldwater-Regel. „Ich denke, er ist gefährlich und sprunghaft, aber man muss kein Psychologe sein, um das zu sehen.“

Goldwater war ein ultrakonservativer Kandidat. Eine Zeitschrift schickte damals einen Fragebogen an Tausende Mitglieder des Verbands Amerikanischer Psychiater und fragte sie nach ihrer Meinung zu Goldwater. Mehr als 1.000 antworteten und beschrieben den Kandidaten als paranoid und gefährlich. Goldwater verklagte damals die Zeitschrift und gewann vor Gericht.

1973 gab der Verband die Goldwater-Regel heraus. Mit Alan Stone stimmte ein einziges Mitglied im Vorstand gegen die Vorgabe. „Ich glaube an das Recht auf freie Meinungsäußerung“, erklärt er. „Wenn Psychologen sich lächerlich machen wollen, dann haben sie das Recht dazu.“ Stone traf Goldwater später. „Er war ein sehr ausgeglichener Mensch. Die Psychiater haben damals politisch gedacht. Wir waren gegen Goldwater.“

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