US-Wahl und das Silicon Valley
Wie Clinton die Tech-Titanen umgarnt

Donald Trump hat es sich mit dem Silicon Valley verscherzt. Ginge es nach der IT-Branche, hieße der nächste US-Präsident daher Hillary Clinton. Die Demokratin fordert jetzt eine milliardenschwere Technologie-Offensive.
  • 2

San FranciscoHillary Clinton hat ein ehrgeiziges Technologieprogramm vorgestellt, mit dem sie die die digitale Weltmarktführerschaft der USA zementieren will. Die reichen Spender im Silicon Valley werden das gerne hören – geht es doch nicht nur um bessere Rahmenbedingungen, sondern auch um mehr Geld.

Clintons Technologie-Agenda vom Dienstag macht eines schon zu Beginn klar: Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten ist wild entschlossen, die technologische Führungsrolle der USA auszubauen und gleichzeitig die Tech-Eliten im Westen der USA für ihren Wahlkampf zu nutzen.

Ihr Aktionsplan umfasst fünf strategische Punkte und hätte von Mark Zuckerberg und Googles Larry Page formuliert sein können – ergänzt von Apple-Chef Tim Cook oder Amazon-Vorstandschef Jeff Bezos. Sollte das Programm kommen, wäre es ein üppiges Weihnachtsfest für die Tech-Industrie.

Clinton fordert unter anderem massive Investitionen in die Ausbildung von Fachkräften für die digitale Wirtschaft. Geplant sind sogenannte „Nanodegrees“, Schmalspur-Universitätsabschlüsse im Schnellverfahren. Außerdem setzt sich die Demokratin für eine flächendeckende Breitband-Abdeckung der USA bis 2020 ein. Damit könnten Online-Start-ups auch in ländlichen Regionen stattfinden, wo Immobilien und Mieten noch erschwinglich sind.

Kostenloses oder sehr preiswertes WLAN für die Bürger an Flughäfen, Bahn- und Busstationen oder in öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken soll zur Regel werden. Viel Geld will Clinton auch in den Ausbau des 5G-Mobilfunkstandards stecken. Ein „Chief Innovation Advisor“ soll außerdem Bereiche identifizieren, in denen überflüssige behördliche Regulierungen Innovationen hemmen. Als ein Sektor wird explizit das Gesundheitswesen genannt.

Clintons Technologieprogramm ist ein geschickter politischer Schachzug. US-Präsident Barack Obama verdankte seinen Wahlerfolg in den Jahren 2008 und 2012 nicht zuletzt seinen engen Beziehungen zu den liberalen Tech-Titanen aus Kalifornien. Sie boten ihm eine Bühne in Internet-Veranstaltungen. Dabei zog Facebook-Chef Mark Zuckerberg Obama zuliebe eigens mal Hemd und Krawatte an. Obama war auch in Googles Youtube gern gesehener Gast.

Kommentare zu " US-Wahl und das Silicon Valley: Wie Clinton die Tech-Titanen umgarnt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei Donald Trump verhält es sich offenbar so wie mit Recep Tayyip Erdoğan -
    Beide leiden unter Größenwahn
    (reimt sich sogar ha, ha ha ...)

  • Was sollen diese politischen Leeren Worthülsen von einer "Tech Offensive"?!
    In einer freien Marktwirtschaft braucht es keine Politik die solche Subventionen an eine Branche verspricht.
    Die Nachfrage, das Angebot, der Wettbewerb und die Insolvenz erzeugen in einer Marktgesellschaft einen wertschöpfenden Mehrwert für die Gesellschaft. Und das nennt man dann auch Fortschritt und Weiterentwicklung einer Gesellschaft.
    Dazu benötigt die freie Marktgesellschaft kein Subventionsdiktat von einer ideologisch getriebenen Politik.
    Außer Silicon Valley will in Zukunft unter das Diktat der Politik und nicht der freien Marktgesellschaft ihr Heil suchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%