US-Wahlen
Saufen und kiffen? Beides könnte zu viel sein

Es geht bei der US-Wahl nicht nur um Hillary Clinton und Donald Trump. In einigen Bundesstaaten steht auch die Legalisierung von Cannabis auf dem Wahlzettel. Schnapsherstellern passt das gar nicht.

WashingtonDie Schnapsindustrie ist besorgt, dass kiffende Konsumenten weniger Drinks zu sich nehmen. Die US-Präsidentschaftswahl hat die Sorge akut werden lassen, denn in Arizona, Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada steht die mögliche Legalisierung von Kannabis auf dem Stimmzettel – nicht nur der Entscheid über den nächsten Herrscher im Weißen Haus.

Verbände der Alkoholhersteller halten sich entweder mit einer Position zu dem Thema zurück – oder haben sich explizit gegen die Legalisierung ausgesprochen. Auch wenn die Summen nicht hoch sind, einige Spenden machen das deutlich. Die Alkoholgroßhändler in Massachusetts haben 50.000 Dollar, die Bierhändler in dem Staat 25.000 Dollar und der Branchenverband in Arizona 10.000 Dollar für Kampagnen gegen die Hasch-Legalisierung gespendet.

Daten belegen, dass die Sorge der Händler berechtigt scheinen. Der Anteil der Alkoholtrinker, die gleichzeitig auch Cannabis konsumieren hat der offiziellen landesweiten Gesundheitsumfrage zufolge im vergangenen Jahrzehnt abgenommen. „Wir sind die Wachstumsbranche, sie die Alteingesessenen“, so Adrian Sedlin, Chef des Cannabis-Anbauers Canndescent in California. „Sie werden sich an zwei Prozent Wachstum entlang hangeln, wir werden die kommenden dreißig Jahre zweistellig wachsen.“

Große Bierhersteller wie Boston Beer Co. („Samuel Adams“) und der Jack Daniel's-Exporteur Brown-Forman haben die Legalisierung von Cannabis als Gefahr für die Finanzkennzahlen ihrer Firmen in offiziellen Börsenberichten aufgeführt. Die Nachfrage für die eigenen Produkte könne schrumpfen, so Boston Beer.

Sollte in allen fünf Bundesstaaten das Rauchen von Cannabis erlaubt werden, würde das dann 23 Prozent der US-Bevölkerung betreffen. Bislang ist der Stoff in Alaska, Colorado, Oregon, Washington und Washington D.C. als Genussmittel gestattet – wenn auch teilweise unter strengen Auflagen.

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„Wir haben den Punkt überschritten“

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