US-Wahlen und die Generation Y

Null Bock auf Trump und Clinton

Die Generation Y hat gewaltigen Einfluss auf den Ausgang der US-Wahl. Doch die Lebenswelten der Millennials gehen weit auseinander. Einig sind sie sich nur in einem Punkt: Von beiden Kandidaten halten sie nicht viel.
Was die Generation Y von Trump hält? Nicht viel. Allerdings auch nicht von Clinton. Quelle: AFP
Parodie

Was die Generation Y von Trump hält? Nicht viel. Allerdings auch nicht von Clinton.

(Foto: AFP)

New YorkDie ältesten Mitglieder der Generation Y waren bei den Anschlägen vom 11. September 2001 fast 20. Sie können sich an den wirtschaftlichen Wohlstand der 90er Jahre erinnern und an die Amtszeit des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Die jüngsten Millennials dagegen gehen erst jetzt auf die 20 zu und kennen kein Leben ohne wirtschaftliche Sorgen und Angst vor Terror.

Die Jahrtausender haben die Babyboomer in den USA als größte lebende Generation abgelöst. Mehr als 75 Millionen der etwa zwischen 1980 und 1999 geborenen Amerikaner sind inzwischen volljährig. Weniger als drei Monate vor der Präsidentenwahl sind den Wahlkämpfern die Werte der jungen Leute ein Rätsel. Das einzige, was diese eint, ist ihre fast greifbare Enttäuschung über die Politik.

Als Teil einer Serie über die Spaltung in den USA hat die Nachrichtenagentur AP sieben Millennial-Wähler in fünf Staaten interviewt, in denen die Generation im Herbst großen Einfluss auf das Wahlergebnis haben dürfte.

Sie bilden ein Mosaik: Von einem schwarzen Teenager aus Nevada, der zum ersten Mal seine Stimme abgibt, über den in Florida geborenen Sohn lateinamerikanischer Einwanderer bis zum christlichen Paar aus Ohio. Ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten machen deutlich, wieso das Wahlverhalten der Digital Natives für die Meinungsforscher völlig unberechenbar ist.

„Die Millennials sind als apathisch beschrieben worden, aber das sind sie überhaupt nicht“, sagt die 26-jährige Diana Downard, die nach eigenem Bekunden Hillary Clinton wählen wird. „Millennials haben ein sehr differenziertes Politikverständnis.“

Nur fünf Prozent von ihnen stimmten in einer aktuellen Umfrage mit dem Titel „GenForward“ der Aussage zu, die USA seien heute „großartiger als je zuvor“. Für die erste Erhebung dieser Art befragten das Black Youth Project der Universität von Chicago und das Norc-Forschungszentrum für öffentliche Angelegenheiten der AP junge Leute im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.

Hollywood macht Front gegen Donald Trump
Umstrittener Präsidentschaftskandidat
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Donald Trump geht langsam die Musik aus. Bands wie die Rolling Stones verbieten dem umstrittenen Präsidentschaftskandidaten reihenweise die Verwendung ihrer Songs im Wahlkampf. Das ist aber nicht das einzige Problem des Immobilienmoguls. Denn er steht mit halb Hollywood auf Kriegsfuß...

Bryan Cranston macht mobil
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„Breaking Bad“-Star Bryan Cranston (links) will nun gemeinsam mit über 100 weiteren Stars verhindern, dass Trump ins Weiße Haus einzieht. Die Promis haben sich für die Kampagne „United Against Hate“ (Vereint gegen Hass) zusammengeschlossen. Cranston verteidigte bei einer Podiumsdiskussion den Einsatz: Als Star habe man „die Verantwortung, seine Gedanken, Kommentare und Gefühle gegenüber der Gesellschaft zu teilen“, erklärte er.

Lena Dunham
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„Wir glauben, es ist unsere Verantwortung, unsere Plattformen zu nutzen, um auf die Gefahren einer Trump-Präsidentschaft aufmerksam zu machen, und die realen und gegenwärtigen Bedrohungen durch seine Kandidatur“, heißt es in einem offenen Brief, der unter anderem von der Schauspielerin und Bestseller-Autorin Lena Dunham unterzeichnet wurde.

Mark Ruffallo
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„Donald Trump will unser Land zurück in eine Zeit führen, in der Angst als Entschuldigung für Gewalt diente, in der Gier Diskriminierung förderte und in der der Staat Vorurteile gegen ausgegrenzte Gemeinschaften zum Gesetz erhob“, hieß es weiter in dem Brief. Auch Schauspieler Mark Ruffalo nimmt an der Kampagne „United Against Hate“ teil.

Jane Fonda
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Einige Unterstützer der Kampagne, wie die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (Foto) und Regisseur Michael Moore, mischten zuvor auch schon bei der Initiative „Stop Hate – Dump Trump“ (Stoppt den Hass – werft Trump auf den Müll) mit.

Ben „Macklemore“ Haggerty
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Nachdem die Republikaner Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt haben, erklärte Rapper Macklemore in einem Anti-Trump-Song, dass er eine „Party schmeißen und auf der Straße tanzen würde“, falls Hillary den Wahlkampf gewinnen sollte. Auch er unterstützt die Kampagne.

Tony Schwartz
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Tony Schwartz (rechts) war der Ghostwriter von Donald Trumps Autobiographie „The Art of the Deal“, die zum Bestseller wurde. Damit trug Schwartz wesentlich zu dessen Aufstieg bei. Das bereut er nun – weshalb auch er bei der Kampagne mitmischt.

Die 21-jährige Briana Lawrence aus den Südstaaten sagt, sie wünsche sich eine Rückkehr zum früheren Amerika. Die Absolventin der North Carolina Central University und Videokünstlerin will ebenfalls für Clinton stimmen. Am 11. September 2001 war sie erst sieben Jahre alt und die Zeit danach ist in ihrer Erinnerung die einzige, in der das Land vereint war. „Meine größte Hoffnung für dieses Land ist, dass wir wieder zu einer Gemeinschaft werden können“, sagt Lawrence.

Das fällt nicht leicht, wenn junge Leute wie sie schon beim Eintritt ins Erwachsenenalter mit Tausenden Dollar verschuldet sind. Wirtschaftliche Probleme treiben viele Millennials um, die unter der erdrückenden Last von Studiendarlehen Mühe haben, einen Job zu finden. Nur acht Prozent bezeichnen der GenForward-Umfrage zufolge ihre finanzielle Situation als „sehr gut“.

Konservativ bei Waffenkontrolle, Finanz- und Außenpolitik
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