US-Wahlkampf

Clinton punktet mit strategischer Reiseplanung

Bis November wird Hillary Clinton viel unterwegs sein. Bei der Wahl ihrer Ziele liegt der Fokus auf Staaten, die im Rennen um das Weiße Haus oft den Ausschlag geben. Donald Trumps Reiseroute wirkt weniger strukturiert.
Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren. Quelle: dpa
Hillary Clinton in Kissimmee (Florida)

Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren.

(Foto: dpa)

Des MoinesDas Programm mag sich nach einer spannenden Reise durch die USA anhören. Doch schöne Landschaften und andere Sehenswürdigkeiten spielen für Hillary Clinton derzeit keine Rolle. Das GPS der demokratischen Präsidentschaftskandidatin ist mit dem Ziel programmiert, sich möglichst effizient die für einen Sieg im November erforderlichen Stimmen zu sichern.

Diese Woche geht es nach Florida. Dort wird auch Donald Trump erwartet. Im direkten Vergleich erscheint die Planung des republikanischen Rivalen ansonsten aber etwas eigenwillig.

Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren: Neben Florida vor allem Ohio, außerdem Colorado, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin. Schon Barack Obama hatte sich 2008 und 2012 auf diese Staaten konzentriert.

Hollywood macht Front gegen Donald Trump
Umstrittener Präsidentschaftskandidat
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Donald Trump geht langsam die Musik aus. Bands wie die Rolling Stones verbieten dem umstrittenen Präsidentschaftskandidaten reihenweise die Verwendung ihrer Songs im Wahlkampf. Das ist aber nicht das einzige Problem des Immobilienmoguls. Denn er steht mit halb Hollywood auf Kriegsfuß...

Bryan Cranston macht mobil
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„Breaking Bad“-Star Bryan Cranston (links) will nun gemeinsam mit über 100 weiteren Stars verhindern, dass Trump ins Weiße Haus einzieht. Die Promis haben sich für die Kampagne „United Against Hate“ (Vereint gegen Hass) zusammengeschlossen. Cranston verteidigte bei einer Podiumsdiskussion den Einsatz: Als Star habe man „die Verantwortung, seine Gedanken, Kommentare und Gefühle gegenüber der Gesellschaft zu teilen“, erklärte er.

Lena Dunham
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„Wir glauben, es ist unsere Verantwortung, unsere Plattformen zu nutzen, um auf die Gefahren einer Trump-Präsidentschaft aufmerksam zu machen, und die realen und gegenwärtigen Bedrohungen durch seine Kandidatur“, heißt es in einem offenen Brief, der unter anderem von der Schauspielerin und Bestseller-Autorin Lena Dunham unterzeichnet wurde.

Mark Ruffallo
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„Donald Trump will unser Land zurück in eine Zeit führen, in der Angst als Entschuldigung für Gewalt diente, in der Gier Diskriminierung förderte und in der der Staat Vorurteile gegen ausgegrenzte Gemeinschaften zum Gesetz erhob“, hieß es weiter in dem Brief. Auch Schauspieler Mark Ruffalo nimmt an der Kampagne „United Against Hate“ teil.

Jane Fonda
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Einige Unterstützer der Kampagne, wie die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (Foto) und Regisseur Michael Moore, mischten zuvor auch schon bei der Initiative „Stop Hate – Dump Trump“ (Stoppt den Hass – werft Trump auf den Müll) mit.

Ben „Macklemore“ Haggerty
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Nachdem die Republikaner Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt haben, erklärte Rapper Macklemore in einem Anti-Trump-Song, dass er eine „Party schmeißen und auf der Straße tanzen würde“, falls Hillary den Wahlkampf gewinnen sollte. Auch er unterstützt die Kampagne.

Tony Schwartz
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Tony Schwartz (rechts) war der Ghostwriter von Donald Trumps Autobiographie „The Art of the Deal“, die zum Bestseller wurde. Damit trug Schwartz wesentlich zu dessen Aufstieg bei. Das bereut er nun – weshalb auch er bei der Kampagne mitmischt.

„Bei den zurückliegenden Wahlen hat sich dies für die Demokraten als Weg zum Sieg bewährt“, sagt John Anzalone, der zum Beraterstab der früheren US-Außenministerin zählt.

Als weitere Stationen im Wahlkampf zieht das Clinton-Team Arizona und Georgia in Erwägung. Arizona erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Bevölkerungszuwachs. Bei den neuen Bürgern in dem an der Grenze zu Mexiko gelegenen US-Staat handelt es sich zu einem großen Teil um Latinos – also um eine Wählergruppe, die laut Meinungsumfragen derzeit wenig für Trump übrig hat. In Georgia im Südosten sieht es in diesem Jahr nach einem besonders engen Rennen aus.

Auch bei der Verteilung des Werbebudgets folgt Clinton einem klaren geografischen Muster. In der vergangenen Woche buchten die Demokraten weitere Plätze für TV-Werbespots für insgesamt 23 Millionen Dollar (21 Millionen Euro). Das meiste Geld davon floss in nur drei Staaten: Florida, Ohio und Pennsylvania. In Colorado und Virginia verzichtete die Partei auf zusätzliche Werbeinvestitionen, da ihr der Vorsprung hier relativ sicher erscheint. Auch die Organisation „Priorities USA“, die Clinton im Wahlkampf unterstützt, legte das TV-Budget in diesen beiden Staaten auf Eis.

Trumps Reisetätigkeit seit dem Nominierungsparteitag lässt unterdessen vermuten, dass er seine Pläne, Clinton auch in den demokratischen Hochburgen Kalifornien und New York anzugreifen, vorerst aufgegeben hat. Darüber hinaus ist bisher kein klares Muster zu erkennen. „Ich rechne mit Siegen in einer Reihe von Staaten, in denen kein anderer Republikaner gewinnen würde“, sagte der Milliardär vor wenigen Tagen der „Washington Post“. „Aber welche Staaten das sind, werde ich nicht verraten.“

Ein sehr dynamisches Rennen
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