US-Wahlkampf

Jeder fünfte Republikaner will Rückzug Trumps

Donald Trump hat sich mit einer ganzen Serie von kontroversen Äußerungen zahlreiche Gegner geschaffen. Auch der Widerstand in den eigenen Reihen wächst. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage.

Donald Trump: „Meine Kampagne ist die Zukunft“

New YorkJeder fünfte Republikaner ist für einen Rückzug des eigenen Kandidaten Donald Trump aus dem Rennen um die US-Präsidentschaft. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Demnach geben etwa 19 Prozent der Befragten an, dass der Milliardär die Segel streichen sollte. 70 Prozent sind für eine Fortsetzung von Trumps Wahlkampf. Zehn Prozent geben an, unschlüssig zu sein. Die Zahlen zeigen, wie das Ausmaß des Widerstands gegen den politischen Quereinsteiger in den eigenen Reihen ist. Der Unternehmer hat sich mit einer ganzen Serie von kontroversen Äußerungen zahlreiche Gegner geschaffen. In die Defensive geriet er zuletzt vor allem durch einen Streit mit den Eltern eines im Irak-Krieg gefallen muslimischen US-Soldaten.

Die Erhebung wurde zwischen dem 5. und 8. August erstellt und damit vor Trumps umstrittenen Äußerungen vom Dienstag zur Waffenlobby und seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton. Kritikern zufolge rief Trump dabei de facto dazu auf, die Demokratin zu erschießen. Trump wies diese Interpretation seiner Äußerungen zurück.

Der Club der Milliardäre
Donald Trump
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Er wolle mit den „Besten“ zusammenarbeiten, verkündete der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gleich mehrfach während seines Wahlkampfes. Zumindest, was die Wirtschaftskompetenz seines Beraterstabs angeht, können sich Beobachter nun eine Meinung bilden. Der Milliardär hat 13 seiner Berater vorgestellt. Geleitet werden soll das Team von seinem Senior-Berater Steven Miller und Deputy Staff Director Dan Kowalski.

John Paulson
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Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist der Prominenteste in der Riege von Trumps Wirtschaftsberatern. Er wurde als Profiteur der Finanzkrise bekannt: Während der Subprime-Krise in den USA 2007 wettete er rechtzeitig gegen den Immobilienmarkt – und verdiente in diesem Jahr mit 3,7 Milliarden US-Dollar mehr als jeder andere Hedgefonds-Manager. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 60-Jährigen auf rund drei Milliarden Dollar.

David Malpass
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David Malpass, ebenfalls 60 Jahre alt, war Vize-Staatssekretär im Finanzministerium unter Präsident Ronald Reagan und Vize-Staatssekretär im Außenministerium unter Präsident George Bush senior sowie Chefvolkswirt der Investmentbank Bear Stearns. Derzeit leitet er die Investmentberatungsfirma Encima Global. Er ist ein scharfer Kritiker der Geldpolitik der US-Notenbank, fordert mehr Investitionen in die Infrastruktur und Steuersenkungen.

Howard Lorber
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Er gilt als enger Trump-Freund, führt den Hot-Dog-Franchise-Konzern „Nathan’s Famous“ – und ist einer von vielen Multimillionären im Wahlkampfteam des republikanischen Bewerbers: Howard Lorber, Chairman der Immobilienmakler-Firma Douglas Elliman, hier mit der Maklerin Jennine Gourin. Der 67-Jährige ist ein umtriebiger Geschäftsmann: Die Vector Group, der Lorber ebenfalls vorsteht und zu der auch Douglas Elliman gehört, ist auch an einem Zigarettenhersteller beteiligt.

Peter Navarro
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Er ist der einzige Vertreter auf Trumps Beraterliste, der in Wirtschaftswissenschaften promovierte: Peter Navarro. Derzeit lehrt er als Wirtschaftsprofessor an der University of California in Irvine. Drei seiner neun Bücher befassen sich kritisch mit Chinas Rolle in der Welt. Er fordert einen Importzoll in Höhe von 45 Prozent auf chinesische Waren. Die USA sollten seiner Meinung nach eine strengere Haltung zu Diebstahl geistigen Eigentums und in Handelsfragen einnehmen.

Dan DiMicco
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DiMicco ist Ex-Chef der Nucor Corp, einem der größten US-Stahlproduzenten. Er ist ein scharfer China-Kritiker und tritt ein für neue Handelsregeln zugunsten der US-Industrie.

Steven Mnuchin
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Der Investmentmanager Steven Mnuchin, hier mit seiner Frau Heather, konzentriert sich auf Finanzierungsvorhaben in der Unterhaltungsbranche. Der Ex-Goldman-Sachs-Partner ist Chef der Beteiligungsgesellschaft Dune Capital Management. Er hat in der Vergangenheit häufig Geld an die Demokraten gespendet, einschließlich deren Kandidatin Hillary Clinton. Mit Trump ist er nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren privat und beruflich verbunden.

An der Umfrage nahmen 396 als Republikaner eingetragene Wähler teil. Die Fehlerquote liegt bei sechs Prozentpunkten. In einer Umfrage unter 1162 Wählern über die Parteigrenzen hinweg gaben 44 Prozent an, Trump solle seine Kandidatur beenden. Insgesamt baute Clinton in diversen Umfragen zuletzt ihren Vorsprung auf Trump aus. Besonders beliebt ist aber keiner der beiden Kandidaten. Fast 63 Prozent gaben jüngst an, keine positive Meinung zu Trump zu haben. Bei Clinton, die unter anderem wegen einer E-Mail-Affäre aus ihrer Zeit als Außenministerin in der Kritik steht, waren es etwa 53 Prozent, die sich negativ über die Kandidatin äußerten. Gewählt wird im November. Präsident Barack Obama darf nicht erneut antreten.

  • rtr
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