US-Wahlkampf
Neue Vorwürfe gegen Trump

Es nimmt kein Ende: In den USA melden sich weitere Frau zu Wort, die dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Übergriffe vorwirft. Der bestreitet alles.

WashingtonImmer neue Sex-Vorwürfe gegen Donald Trump heizen den Streit unter den US-Republikanern an und spalten die Partei zusehends. Der ranghöchste Parteipolitiker, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses Paul Ryan, hielt am Freitag eine Wahlkampfrede, in der er komplett auf die Nennung des Präsidentschaftskandidaten Trump verzichtete.

Ryan konzentrierte sich vollkommen auf Fortschritte im Rennen um Sitze im Senat und im Abgeordnetenhaus. Zum Präsidentschaftswahlkampf machte er keinen Aussagen.

Ryan hatte am Montag erklärt, er werde Trump nicht mehr unterstützen. Zuvor war ein Video aufgetaucht, in dem obszöne Äußerungen Trumps zu hören sind. In der Zwischenzeit gingen zahlreiche Frauen an die Öffentlichkeit, die angeben, Trump habe sie sexuell belästigt. Erst am Freitag erhob eine weitere Frau schwere Vorwürfe.

Summer Zervos, eine Teilnehmerin an Trumps Fernsehshow „The Apprentice“, erklärte, er habe sie mit sexuellen Absichten in einen Bungalow gelockt - sie habe ihn nur mit Mühe von sich fernhalten können, er habe sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst. Der Kandidat bestreitet dies vehement. „Das ist alles frei erfunden“, sagte er am Freitag bei einer Wahlkundgebung im umkämpften Bundesstaat North Carolina. Die Vorwürfe seien Teil einer Verschwörung gegen ihn. „Es ist ein einzige, große, hässliche Lüge.“

Ein weiterer Vorfall ereignete sich Anfang der 90er Jahre in einem Nachtclub in New York, wie die „Washington Post“ am Freitag online berichtete. Eine heute 46-Jährige erzählte der Zeitung, sie habe mit Freunden auf einer Couch gesessen, als eine Hand ihren Rock hochgezogen und sie durch ihre Unterwäsche berührt habe.

Sie habe die Hand weggestoßen, sich umgedreht und Trump als den Mann erkannt, der sie begrapscht habe. Die Frau erzählte weiter: „Er sah so unverwechselbar aus - mit den Haaren und den Augenbrauen. Ich meine, niemand sonst hat solche Augenbrauen.“ Der Übergriff sei zufällig gewesen. Es habe keine Unterhaltung gegeben. Der Vorfall habe nicht länger als 30 Sekunden gedauert. Sie und ihre Begleiter seien angeekelt und völlig baff gewesen. Sie hätten gedacht: „Ok, Donald ist ekelhaft. Wir alle wissen, dass er ekelhaft ist. Lass uns weiterziehen.“

Sie habe den Übergriff bislang für sich behalten. Aber wenn man unsittlich berührt werde, dann sollte man darüber sprechen. „Genau genommen sollte man zu den Behörden gehen und Anzeige erstatten. Es ist nicht okay.“ Damals habe sie versucht, eine Model-Karriere zu starten.

Die Zeitung berichtete, sie habe die 46-Jährige angesprochen, nachdem ein Freund, mit dem sie über den Vorfall gesprochen habe, sie einem Reporter berichtet habe. Andere Freunde hätten der „Washington Post“ ebenfalls erzählt, dass die Frau ihnen dieselbe Geschichte bereits vor Jahren erzählt habe.

Trumps Wahlkampfteam stritt auch diese Vorwürfe ab. Die Frau versuche mit diesen unwahren Anschuldigungen kostenlos Öffentlichkeit zu bekommen. „Es ist total lächerlich.“

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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