US-Wahlkampf: „Richtet keinen weiteren Schaden an“

US-Wahlkampf
Das Blaue vom Himmel

„Richtet keinen weiteren Schaden an“

„Richtet keinen weiteren Schaden an“, rief die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, kürzlich in die Runde. Bei wachsender Weltbevölkerung muss auch die Wirtschaftsleistung mitwachsen, um den erreichten Wohlstand zumindest halten zu können. Der Welthandel gilt als Schmiermittel. Bis zur Finanzkrise wuchs er zweistellig, inzwischen deutlich langsamer – ein Warnsignal. Wenn sich die größten Volkswirtschaften abschotten, trifft das am Ende die Ärmsten, lautet Lagardes einfache Rechnung.

Die Wirtschaftspläne von Präsidentschaftskandidaten galten schon früher mehr als Vision, denn als tatsächlich umsetzbare Arbeitspapiere. Trumps Aussagen deuten jedoch in Richtung Utopie. „Es sind die Gedanken eines Zauberers“, urteilt etwa das „Time“-Magazine. Er will Steuern senken ohne Ausgaben zu senken, den Kohlekumpels will er wieder Arbeit geben, obwohl in aller Welt Investoren aus der Kohle fliehen. Das amerikanische Öl will er als Faustpfand gegen die verhassten Scheichs nutzen. Klimawandel? Wen stört das schon?

Beifall bekommt Trump etwa von der Waffenindustrie, aber auch von Großfarmern. Sie erhoffen sich von seinem Kampf gegen US-Nachteile in internationalen Handelsabkommen größere Freiheiten, etwa bei der Düngung oder beim Einsatz von Pestiziden. Liberalisierung und Deregulierung, verbunden mit Steuersenkungen von Unternehmen sind Trumps Köder für die Industrie.

Clinton dagegen setzt auf Köpfe. Wirtschaftskraft durch Bildung, kostenfreies Studium für die Ärmsten, günstigeres Studium für die Mittelschicht. Der Amerikanische Traum soll leben, der den Aufstieg eines jeden vorsieht, der nur fleißig, tüchtig genug ist – und ein bisschen Glück hat.

Auch Clinton will Steuern senken, um die Wirtschaft in Fahrt zu bringen. Ökonomen halten das für Unsinn, aber es bringt Wähler. Star-Investor Warren Buffet nimmt die Polit-Spielchen des Wahlkampfs kaum ernst: „Ich habe noch keinen Unternehmer gesehen, der gesagt hat: 'Ich gründe das Unternehmen nicht, weil der Steuersatz zu hoch ist.'“

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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