US-Wahlkampf
Rückhalt für Trump bei Republikanern wächst

Donald Trump ist der Parteispitze ein Dorn im Auge. Mit provokanten Sprüchen und umstrittenen Positionen löst er Empörung aus. Doch der Widerstand bei den Republikanern im Kongress bröckelt. Woran das liegt.

WashingtonNoch vor einem halben Jahr schien es undenkbar: Donald Trump als offizieller Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner. Mit seinen Verbalattacken gegen Frauen, Migranten und Muslime schien der Milliardär auch Politikern in der eigenen Partei unheimlich und unwählbar. Das sogenannte Establishment in Washington – oft genug selbst Ziel der Trump-Tiraden – trommelte zur Gegenkampagne. Doch der Wind scheint sich zu drehen. Immer mehr Republikaner im Kongress denken nun offenbar das Undenkbare.

Denn mit seinen jüngsten Vorwahlsiegen ist der einst belächelte Quereinsteiger der Nominierung zum offiziellen Kandidaten erstaunlich nahe gekommen. Für manche Abgeordnete scheint der Zeitpunkt gekommen, den internen Widerstand aufzugeben und dem wahrscheinlichen Kandidaten gegen den eigentlichen politischen Gegner den Rücken zu stärken: die mutmaßliche demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton.

„Es geht nicht um 'Niemals Trump'“, sagt der Abgeordnete Mike Kelly aus Pennsylvania. „Es geht um 'Niemals Hillary'. Niemals, niemals, niemals.“ Die Elite in Washington habe den Kontakt zu den Wählern verloren, die Trump bei den republikanischen Vorwahlen in Scharen unterstützen. „Ich habe noch nie gesehen, dass eine Partei einen ihrer eigenen Bewerber mit solcher Aggression attackiert“, wundert sich der Republikaner.

Der langjährige Senator Orrin Hatch aus Utah stellt sich zwar nicht offiziell hinter Trump. Aber: „Es sieht für mich so aus, dass er gewinnen wird. Und wenn er das tut, dann werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um ihm zu helfen.“

Bisher glaubten auch einige führende Republikaner, dass eine Nominierung Trumps für die Partei ein Desaster wäre und den Demokraten einen Sieg bei der Präsidentenwahl im November schenken würde. Womöglich könnten die politischen Gegner sogar wieder die Kontrolle über Senat und Repräsentantenhaus gewinnen, weil Trump laut Umfragen sehr unbeliebt ist.

Hatch sieht das anders. „Ich glaube, er könnte großartig sein, wenn er das Amt des Präsidenten ernst nimmt, was er aus meiner Sicht tun wird“, sagt der Senator. Wenn Trump mit der Realität konfrontiert sei und sich bewusst werde, dass er den härtesten Job der Welt habe, werde sich sein Verhalten ändern. „Er ist ein kluger, gescheiter Typ, der aus meiner Sicht für seine guten Taten in Erinnerung bleiben will. Ich habe das Gefühl, dass er es schafft, sich zu wandeln.“

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