US-Wahlkampf Steinmeier wird bei Aussagen Trumps „echt bange“

Immer wieder sorgt Donald Trump mit seinen Aussagen für Empörung. Trotzdem hält sich Angela Merkel mit Kritik bislang zurück. So neutral wie die Kanzlerin bleiben im US-Wahlkampf aber nicht alle deutschen Politiker.

Donald Trump: „Meine Kampagne ist die Zukunft“

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird bei dem Gedanken an einen möglichen US-Präsidenten Donald Trump „echt bange“. In dieser Frage sei Steinmeier „in der Tat nicht neutral“, sagte die Vizesprecherin des Auswärtigen Amtes, Sawsan Chebli, am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Es sei Steinmeiers „gutes Recht“, darauf aufmerksam zu machen, „was aus dieser Welt werden könnte, wenn Trump tatsächlich Präsident werden würde“.

Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mische sich nicht in den Wahlkampf in den USA ein und kommentiere Äußerungen von Trump nicht.

Der Club der Milliardäre
Donald Trump
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Er wolle mit den „Besten“ zusammenarbeiten, verkündete der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gleich mehrfach während seines Wahlkampfes. Zumindest, was die Wirtschaftskompetenz seines Beraterstabs angeht, können sich Beobachter nun eine Meinung bilden. Der Milliardär hat 13 seiner Berater vorgestellt. Geleitet werden soll das Team von seinem Senior-Berater Steven Miller und Deputy Staff Director Dan Kowalski.

John Paulson
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Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist der Prominenteste in der Riege von Trumps Wirtschaftsberatern. Er wurde als Profiteur der Finanzkrise bekannt: Während der Subprime-Krise in den USA 2007 wettete er rechtzeitig gegen den Immobilienmarkt – und verdiente in diesem Jahr mit 3,7 Milliarden US-Dollar mehr als jeder andere Hedgefonds-Manager. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 60-Jährigen auf rund drei Milliarden Dollar.

David Malpass
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David Malpass, ebenfalls 60 Jahre alt, war Vize-Staatssekretär im Finanzministerium unter Präsident Ronald Reagan und Vize-Staatssekretär im Außenministerium unter Präsident George Bush senior sowie Chefvolkswirt der Investmentbank Bear Stearns. Derzeit leitet er die Investmentberatungsfirma Encima Global. Er ist ein scharfer Kritiker der Geldpolitik der US-Notenbank, fordert mehr Investitionen in die Infrastruktur und Steuersenkungen.

Howard Lorber
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Er gilt als enger Trump-Freund, führt den Hot-Dog-Franchise-Konzern „Nathan’s Famous“ – und ist einer von vielen Multimillionären im Wahlkampfteam des republikanischen Bewerbers: Howard Lorber, Chairman der Immobilienmakler-Firma Douglas Elliman, hier mit der Maklerin Jennine Gourin. Der 67-Jährige ist ein umtriebiger Geschäftsmann: Die Vector Group, der Lorber ebenfalls vorsteht und zu der auch Douglas Elliman gehört, ist auch an einem Zigarettenhersteller beteiligt.

Peter Navarro
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Er ist der einzige Vertreter auf Trumps Beraterliste, der in Wirtschaftswissenschaften promovierte: Peter Navarro. Derzeit lehrt er als Wirtschaftsprofessor an der University of California in Irvine. Drei seiner neun Bücher befassen sich kritisch mit Chinas Rolle in der Welt. Er fordert einen Importzoll in Höhe von 45 Prozent auf chinesische Waren. Die USA sollten seiner Meinung nach eine strengere Haltung zu Diebstahl geistigen Eigentums und in Handelsfragen einnehmen.

Dan DiMicco
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DiMicco ist Ex-Chef der Nucor Corp, einem der größten US-Stahlproduzenten. Er ist ein scharfer China-Kritiker und tritt ein für neue Handelsregeln zugunsten der US-Industrie.

Steven Mnuchin
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Der Investmentmanager Steven Mnuchin, hier mit seiner Frau Heather, konzentriert sich auf Finanzierungsvorhaben in der Unterhaltungsbranche. Der Ex-Goldman-Sachs-Partner ist Chef der Beteiligungsgesellschaft Dune Capital Management. Er hat in der Vergangenheit häufig Geld an die Demokraten gespendet, einschließlich deren Kandidatin Hillary Clinton. Mit Trump ist er nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren privat und beruflich verbunden.

Der US-Präsidentschaftskandidat hatte am Dienstag mit einem zweideutigen Aufruf an Waffenbesitzer, seine Rivalin Hillary Clinton oder von ihr als Präsidentin ernannte Richter mit Waffengewalt zu stoppen, ein weiteres Mal für Empörung gesorgt.

Steinmeier war bereits vor einigen Tagen bei einer SPD-Veranstaltung in Rostock Trump hart angegangen und hatte ihn als „Hassprediger“ bezeichnet. Die Demokratin Clinton liegt derzeit in Umfragen zwischen sieben und zehn Punkten vor dem Republikaner Trump. Im November wird in den USA bei Wahlen über die Nachfolge von Präsident Barack Obama entschieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach betont, sie wolle sich nicht in den US-Wahlkampf einmischen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer bekräftigte diese Haltung am Mittwoch.

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