US-Wahlkampf Trumps Wahlkampfchef Manafort tritt zurück

Ein Skandal um finanzielle Verstrickungen in der Ukraine zwingt Wahlkampfchef Manafort zum Rücktritt. Mit einem neuen Team will Trump seine Kampagne wieder auf Kurs bringen. In Louisiana gibt er sich ganz staatsmännisch.
Update: 20.08.2016 - 08:42 Uhr
Recherchen der Nachrichtenagentur AP belegen, dass Paul Manafort 2012 dabei geholfen hat, mindestens 2,2 Millionen Dollar aus dem Umfeld der Partei des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch an zwei bekannte Lobby-Firmen in Washington weiterzuleiten. Quelle: AP
Paul Manafort

Recherchen der Nachrichtenagentur AP belegen, dass Paul Manafort 2012 dabei geholfen hat, mindestens 2,2 Millionen Dollar aus dem Umfeld der Partei des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch an zwei bekannte Lobby-Firmen in Washington weiterzuleiten.

(Foto: AP)

WashingtonDer Wahlkampfchef des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ist infolge eines Skandals um dubiose Geldflüsse aus der Ukraine zurückgetreten. Mit Paul Manafort verliere sein Team einen „echten Profi“, erklärte Trump am Freitag bei einem Besuch in den Hochwassergebieten von Louisiana.

Dort versuchte der Immobilienmogul, wie ein echter Staatsmann aufzutreten und seinem ins Stocken geratenen Wahlkampf wieder auf die Sprünge zu helfen. Er äußerte sich betont zurückhaltend in der Flutregion. „Niemand versteht, wie schlimm das ist“, sagte er über die Lage in dem Gebiet, in dem seit vergangener Woche mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen sind. „Es ist wirklich unglaublich, deshalb bin ich nur hier, um zu helfen.“

In Gesprächen mit Bewohnern kritisierte Trump US-Präsident Barack Obama, der gerade im Urlaub ist. Als eine Frau sagte, sie sei froh, dass er, Trump, nicht Golf spiele, sagte der Republikaner: „Jemand tut das gerade. Jemand der das nicht tun sollte.“ Obama gab am Freitag bekannt, er werde Louisiana kommende Woche besuchen.

Hollywood macht Front gegen Donald Trump
Umstrittener Präsidentschaftskandidat
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Donald Trump geht langsam die Musik aus. Bands wie die Rolling Stones verbieten dem umstrittenen Präsidentschaftskandidaten reihenweise die Verwendung ihrer Songs im Wahlkampf. Das ist aber nicht das einzige Problem des Immobilienmoguls. Denn er steht mit halb Hollywood auf Kriegsfuß...

Bryan Cranston macht mobil
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„Breaking Bad“-Star Bryan Cranston (links) will nun gemeinsam mit über 100 weiteren Stars verhindern, dass Trump ins Weiße Haus einzieht. Die Promis haben sich für die Kampagne „United Against Hate“ (Vereint gegen Hass) zusammengeschlossen. Cranston verteidigte bei einer Podiumsdiskussion den Einsatz: Als Star habe man „die Verantwortung, seine Gedanken, Kommentare und Gefühle gegenüber der Gesellschaft zu teilen“, erklärte er.

Lena Dunham
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„Wir glauben, es ist unsere Verantwortung, unsere Plattformen zu nutzen, um auf die Gefahren einer Trump-Präsidentschaft aufmerksam zu machen, und die realen und gegenwärtigen Bedrohungen durch seine Kandidatur“, heißt es in einem offenen Brief, der unter anderem von der Schauspielerin und Bestseller-Autorin Lena Dunham unterzeichnet wurde.

Mark Ruffallo
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„Donald Trump will unser Land zurück in eine Zeit führen, in der Angst als Entschuldigung für Gewalt diente, in der Gier Diskriminierung förderte und in der der Staat Vorurteile gegen ausgegrenzte Gemeinschaften zum Gesetz erhob“, hieß es weiter in dem Brief. Auch Schauspieler Mark Ruffalo nimmt an der Kampagne „United Against Hate“ teil.

Jane Fonda
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Einige Unterstützer der Kampagne, wie die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (Foto) und Regisseur Michael Moore, mischten zuvor auch schon bei der Initiative „Stop Hate – Dump Trump“ (Stoppt den Hass – werft Trump auf den Müll) mit.

Ben „Macklemore“ Haggerty
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Nachdem die Republikaner Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt haben, erklärte Rapper Macklemore in einem Anti-Trump-Song, dass er eine „Party schmeißen und auf der Straße tanzen würde“, falls Hillary den Wahlkampf gewinnen sollte. Auch er unterstützt die Kampagne.

Tony Schwartz
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Tony Schwartz (rechts) war der Ghostwriter von Donald Trumps Autobiographie „The Art of the Deal“, die zum Bestseller wurde. Damit trug Schwartz wesentlich zu dessen Aufstieg bei. Das bereut er nun – weshalb auch er bei der Kampagne mitmischt.

Von der Umbildung in seinem Team konnte Trump jedoch nicht gänzlich ablenken. Das Lager seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton erklärte, der Rücktritt sei ein Zugeständnis der Trump-Kampagne, dass der Kandidat beunruhigende Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Verbündete in Russland und der Ukraine habe. Trump könne zwar Manafort aus seinem Team entfernen, aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er eine seltsame Männerfreundschaft mit Putin pflege, hieß es.

Trump hatte bereits vor einigen Tagen damit begonnen, sein Wahlkampfteam umzubauen. Stephen Bannon hatte er zum Geschäftsführer gemacht, Kellyanne Conway zur neuen Wahlkampfmanagerin. Die finanziellen Verstrickungen Manaforts in der Ukraine hatten es zuletzt zunehmend unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass auch er weiter der Führung in Trumps Team angehören würde.

Recherchen der Nachrichtenagentur AP hatten zutage gebracht, dass Manafort und dessen Stellvertreter Rick Gates als Berater der prorussischen Partei des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch dabei geholfen hatten, Millionenbeträge an Lobbyisten in Washington zu schleusen, ohne dass das US-Justizministerium davon in Kenntnis gesetzt wurde, wie es das Gesetz eigentlich vorschreibt.

Gates soll weiter enger Berater des Präsidentschaftskandidaten bleiben. Er werde die Kommunikation des Trump-Teams mit der Führung der Republikanischen Partei übernehmen, hieß es.

Wie das ukrainische Anti-Korruptionsbüro am Freitag mitteilte, steht Manaforts Name in einer bisher geheim gehaltenen Liste schwarzer Konten von Janukowitschs Partei der Regionen als Empfänger von 12,7 Millionen Dollar (11,2 Millionen Euro). Die Behörde bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „New York Times“. Zusätzlich hatte die AP aufgedeckt, dass Manafort 2,2 Millionen Dollar an zwei Washingtoner Lobby-Unternehmen geschleust hatte.

Mit dem Geld sollte unter anderem eine positive Berichterstattung über die ukrainische Regierung in der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“ und auch bei der AP erreicht werden. Ein anderes Ziel sei es außerdem gewesen, in der US-Öffentlichkeit die Sympathie für Janukowitschs damals inhaftierte Rivalin und Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko zu untergraben. Westliche Staats- und Regierungschefs hatten Kiew zu der Zeit zu Timoschenkos Freilassung gedrängt.

  • ap
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