US-Wahlkampf
Was Hillary Clinton fehlt

Ihre Attacken gegen Donald Trump sind verpufft: Die bisherige Strategie von Hillary Clinton geht nicht auf. Ihr Vorsprung in den Umfragen ist geschrumpft. Was Strategen der Präsidentschaftsbewerberin raten.
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WashingtonNur noch sieben Wochen sind es bis zur Wahl: Hillary Clinton und ihre Gefolgsleute hatten eigentlich gehofft, zu diesem Zeitpunkt alles in trockenen Tüchern zu haben. Stattdessen ist der Vorsprung wieder zusammengeschmolzen, den sie sich in der zweiten Sommerhälfte vor ihrem Rivalen Donald Trump herausgearbeitet hatte. Es sieht eng aus. Aber was tun?

Über Wochen hinweg hat sich Clinton mit Wonne darauf konzentriert, Trump zu attackieren – das war nicht allzu schwer nach einer Serie von Wahlkampfpatzern, mit denen der Republikaner der Demokratin selber Munition geliefert hatte.

Den Milliardär zu wählen, wäre ein „historischer Fehler“, warnte sie, sprach von „überkandidelten Trumpschen Ideen“, „fiesen Tweets“, die ihr Gegner verschicke und „dass er vom Temperament her und überhaupt total unqualifiziert“ für das Präsidentenamt sei.

Allerdings muss Clinton in diesem Wahlkampf nicht nur erklären, wer Trump, sondern auch, wer sie selber ist – trotz all ihrer langen Jahre auf der politischen Bühne. Und genau in diese Richtung scheint sich ihr Wahlkampf jetzt zu verschieben, mit ungewöhnlichen Augenblicken der Selbstprüfung, die man bisher von Clinton kaum kennt.

So brachte der September eine Serie von Beinahe-Entschuldigungen – bemerkenswert für eine Kandidatin, die Monate brauchte, um öffentlich Bedauern über die Nutzung ihres privaten E-Mail-Systems für dienstliche Korrespondenzen in ihrer Zeit als Außenministerin zu äußern.

Sowohl das als auch ihr damaliges Votum im Senat für den Irakkrieg seien ein Fehler gewesen, räumte sie kürzlich in einem Fernsehforum zum Thema nationale Sicherheit ein. Eine Bemerkung über Trump-Unterstützer, die zur Hälfte „erbärmlich“ seien, nahm sie nach Kritik rasch wieder zum Teil zurück und räumte ein, solche groben Verallgemeinerungen seien verkehrt.

Clinton ging auch darauf ein, dass eine Reihe von Wählern sie als unnahbar betrachteten. „Ich halte mich nicht für kalt oder emotionslos. Auch meine Freunde und meine Familie tun es nicht“, postete sie auf der populären Webseite Humans of New York. „Wenn das manchmal der Eindruck ist, den ich erwecke, dann kann ich es Menschen nicht zum Vorwurf machen, dass sie das denken“, fügte sie hinzu.

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Clintons größtes Problem

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