US-Wahlkampf zieht Kreise Mexikos Wirtschaft zittert vor „Hurrikan Trump“

Der Lieblingsfeind von Donald Trump fürchtet sich. Ein Wahlsieg des Republikaners könnte die Volkswirtschaft Mexikos schwächen – nicht nur mit der ominösen Mauer. Das Volk ärgert sich vor allem über Präsident Peña Nieto.
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Die politische Zukunft von Enrique Peña Nieto (links) hängt auch vom Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ab. Quelle: AP
Mexikos-Präsident hat ein Trump-Problem

Die politische Zukunft von Enrique Peña Nieto (links) hängt auch vom Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ab.

(Foto: AP)

Mexiko-StadtMexikos Staatschef Enrique Peña Nieto durfte die jüngsten Nachrichten aus den USA über Donald Trumps Verfehlungen mit Erleichterung vernommen haben. Der sinkende Stern des ruppigen US-Politikers hilft auch dem Staatschef und der Wirtschaft des Nachbarn im Süden. Denn je höher die Chancen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf den Sieg stehen, desto stärker sinken der mexikanische Peso, die Börsenkurse und damit auch das Ansehen von Präsident Peña Nieto.

Mexiko ist so etwas wie der Lieblingsfeind Trumps. Bereits früh im Wahlkampf hat er die Menschen südlich des Rio Grande pauschal als „Vergewaltiger“, „Verbrecher“ und „Drogenschmuggler“ verunglimpft. Und er will eine Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze bauen, für die auch noch Mexiko zahlen soll.

Noch kein Wahlkampf in den USA hat im südlichen Nachbarland derartige Verwerfungen hervorgerufen wie der aktuelle. Das liegt vor allem am Kandidaten Trump und seinen Forderungen – wie zum Beispiel der Neuverhandlung der Nordamerikanische Freihandelszone Nafta. Aber politische Fehler von Präsident Peña Nieto verstärken diese Krise. Bestes Beispiel war die Einladung an Trump und dessen Besuch in Mexiko Ende August.

Die Bevölkerung empfand es als eine Demütigung, dass der Republikaner gerade in Mexiko eine Bühne erhielt und sich noch nicht mal für seine Beleidigungen und Beschimpfungen entschuldigte. Zudem degradierte der US-Kandidat Peña Nieto bei der anschließenden Pressekonferenz zu einem Statisten. Die Quittung folgte: Peña Nietos Popularität ist auf einem historischen Tiefpunkt. Die Mexikaner gingen sogar am Unabhängigkeitstag Mitte September auf die Straße, um seinen Rücktritt zu fordern. So etwas hatte es zuvor in Mexiko noch nicht gegeben.

Diese Republikaner wenden sich von Trump ab
Donald Trump
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Die „Washington Post“ hatte am Freitag ein Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Äußerungen Trumps veröffentlicht. „Wenn Du ein Star bist, dann lassen sie Dich ran“, prahlte Trump dabei im Gespräch mit einem Fernsehmoderator. „Du kannst alles machen“. Noch in der Nacht zum Samstag entschuldigte sich Trump per Videobotschaft. Dem „Wall Street Journal“ sagte Trump dann, es gebe „null Chancen, dass ich aufgebe“. Doch über zwei Dutzend Senatoren, Abgeordnete und Gouverneure der republikanischen Partei entzogen ihrem Kandidaten die Unterstützung...

US-Senator McCain
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„Cindy und ich werden nicht für Donald Trump stimmen“, gab Senator McCain für sich und seine Frau bekannt. Trumps Verhalten und seine „erniedrigenden Äußerungen über Frauen“ machten eine Unterstützung unmöglich. McCain erklärte, er wolle bei der Präsidentschaftswahl den Namen eines Republikaners auf den Stimmzettel schreiben, der für das Amt qualifiziert sei. Der Senator aus Arizona hatte 2008 gegen Barack Obama verloren.

Condoleeza Rice
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Ex-Außenministerin Condoleeza Rice twitterte: Es reicht! Donald Trump sollte nicht Präsident werden. Er sollte sich zurückziehen.

Mike Pence
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Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence reagierte ebenfalls entsetzt. „Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und von Donald Trump beschriebenen Handlungen", erklärte er.

Paul Ryan
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Der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zeigte sich angeekelt und zog eine Einladung Trumps zu einem Auftritt in Wisconsin zurück.

John Kasich
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Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, erklärte nach dem Trump-Video, die USA hätten etwas besseres verdient“.

Mitt Romney
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Auch der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney verweigert Trump die Gefolgschaft. „Ich möchte keinen Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen, der Dinge sagt, die den Charakter der folgenden amerikanischen Generationen verändert“, sagte Mitt Romney bereits Mitte Juni 2016 in einem CNN-Interview über Donald Trump. Daher werde er bei der Präsidentenwahl am 8. November nicht für seinen Parteikollegen Trump stimmen - aber auch nicht für die designierte Bewerberin der Demokraten, Hillary Clinton.

Auch Mexikos Zentralbankchef Agustín Carstens sorgt für mehr Verunsicherung. Der gewöhnlich sehr zurückhaltende Ökonom warnte davor, dass der Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mexiko in heftige wirtschaftliche Turbulenzen stürzen würde. „Es wäre wie ein Hurrikan", sagte Carstens. Es bestehe natürlich ein Zusammenhang zwischen der Schwäche der mexikanischen Währung Peso und starken Umfragewerten für Trump. Auch der Wirtschaftsexperte Raúl Felix hält einen Sieg von Trump für einen schweren Schlag für Mexikos Volkswirtschaft: „Zölle und Mauern würden eine tiefe Rezession auslösen und den Peso zum Absturz bringen“, sagt der Professor am Forschungsinstitut CIDE.

Mexiko fürchtet um Nafta
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  • Frau Annette Bollmohr@Aber Sie sollten Gottfried Wilhelm Leibniz lesen, das erhöht Ihre Chance.

  • Frau Annette Bollmohr@ Ihr Wort in Gottes Ohr, nur glaub ich nicht drann.

  • @Herr Peter Delli, 14.10.2016, 17:20 Uhr:

    Das sehe ich aber ganz anders.

    Andererseits: Wenn alle Menschen Ihre Einstellung teilen würden, hätte die Menschheit wohl tatsächlich "Null-Chance", dass sich etwas in ihrem Sinne, also zum Besseren, ändert.

    Ändern wird sich auf jeden Fall was. Es geht also nur darum, in welche Richtung.

  • Frau Annette Bollmohr@Sie haben leider Null-Chance etwas zu ändern. Sie können nur für das geringste Übel kämpfen.

  • @Herr Toni Ebert, 14.10.2016, 15:43 Uhr:

    „Aber die Politiker brauchen das Volk (…)“

    Umgekehrt geht’s aber auch: Viele im Volk glauben, die Politiker zu brauchen.

    Weil sie nicht bereit sind, weiter als über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

    Und aus dem, was sie dann sehen, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.

    Um auf dieser Grundlage selbst ihre Entscheidungen treffen zu können.

    Und selbst die Verantwortung dafür übernehmen zu können (damit will ich jetzt aber ganz bestimmt nicht behaupten, dass Politiker Verantwortung übernähmen…).

  • Frau Annette Bollmohr14.10.2016, 15:25 Uhr
    Nochmal:

    Wir brauchen heute überhaupt keine Politiker mehr (und längerfristig auch keine Nationalstaaten) sondern ein neues (Bürger-)Demokratiemodell auf Basis digitaler Strukturen.
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    Aber die Politiker brauchen das Volk, sonst müssten sie ja arbeiten. Und darum tun sie alles, damit wir sie beachten.

    Wenn wir generell alles meiden würden, wo sich ein Politiker sehen lässt und geschlossen den Raum verlassen würden, wenn Merkel oder Obama auftritt, hätte das Volk gewonnen.

    Aber das Volk ist dumm und beachtet Politiker. (sorry, ich meine damit wirklich nur den Abs.....), andere meiden diese Subjekte, die sich anmaßen im Namen des Volkes zu sprechen.

  • Nochmal:

    Wir brauchen heute überhaupt keine Politiker mehr (und längerfristig auch keine Nationalstaaten) sondern ein neues (Bürger-)Demokratiemodell auf Basis digitaler Strukturen.

    Diese gilt es angesichts der desolaten weltpolitischen Lage schnellstens aufzubauen.

    Zumal auch für eher "unpolitische" Menschen - was ein Widerspruch in sich ist, denn jeder Mensch ist Teil der Politik - immer offensichtlicher wird, dass es sich bei einer ganzen Reihe politischer "Führer" in Wahrheit schlicht und ergreifend um hochkriminelle Seilschaften handelt.

    Schließlich haben wir schon vor längerer Zeit herausgefunden, dass die Erde eine Kugel ist und keine Scheibe.

    Und auch keine Pyramide, in der von oben nach unten "durchregiert" wird.

  • Abseits linker Phantasien und Propaganda ist es durchaus denkbar, dass eine Administration Trump die Einwanderung aus Mexiko reduzieren könnte.

    Eine reale Konsequenz wäre das mehr qualifizierte Menschen im Lande bleiben und sich im eigenen Land engagieren.

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