„Verschwörung“ bei US-Wahl?
Trumps letzte Hemmschwelle fällt

Frauen, die er sexuell belästigt haben soll? Eine Schmierkampagne. Hillary Clintons wacher Auftritt im TV-Duell? Unter Wirkung von Medikamenten. Donald Trump treibt es auf die Spitze – und bietet einen Drogentest an.
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Portsmouth/GreensboroUS-Präsidentschaftskandidat Donald Trump beklagt nach den jüngsten Belästigungs-Vorwürfen mehrerer Frauen eine massive Verschwörung und versuchte Wahlmanipulation. Zugleich deutete er an, dass seine demokratische Rivalin Hillary Clinton bei der Fernsehdebatte am vergangenen Sonntag unter dem Einfluss von Drogen – gemeint waren wohl Schmerzmittel – gestanden haben könnte. Er schlug vor, dass sich beide vor ihrem nächsten TV-Duell am kommenden Mittwoch einem Test unterziehen.

Am Samstag hatte eine neunte Frau Trump eines sexuellen Übergriffs beschuldigt. Nach Medienberichten packte er sie 1997 bei einem Muttertagsbrunch in seinem Club Mar-a-Lago in Florida an den Armen und küsste sie gegen ihren Willen. Auch die anderen acht Frauen hatten berichtet, Trump habe ihnen in der Vergangenheit Küsse aufgezwungen oder sie begrapscht.

Trump sprach am Samstag auf Twitter von „total erfundenem Unsinn“ mit dem Ziel, „mir die Wahl zu stehlen“. Bereits zuvor hatte er den Medien angelastet, die Wahl durch „falsche Vorwürfe“ und „Lügen“ zu manipulieren, „damit die betrügerische Hillary gewählt wird“.

Auch auf mehreren Wahlveranstaltungen am Samstag prangerte der Milliardär die angebliche „Schmierkampagne“ gegen ihn an – „eine der größten, die unser Land jemals erlebt hat“. Seine Anklägerinnen bezeichnete er als „verrückte Frauen“.

Am Freitag (Ortszeit) hatte er bei einem Auftritt in North Carolina zu verstehen gegeben, dass zumindest dieser Frauen nicht einmal attraktiv genug seien, um überhaupt seine Aufmerksamkeit zu erregen. Auch über Clintons Aussehen schien sich Trump abfällig zu äußern. „Als sie vor mir herging, glaubt mir, war ich nicht sehr beeindruckt“, sagte er mit Blick auf die Fernsehdebatte am 9. Oktober.

Trump verwies auch auf seiner Ansicht nach merkwürdiges Verhalten der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin bei dem TV-Duell. „Ich weiß nicht, was mit ihr vorgeht“, erklärte er am Samstag in New Hampshire. Am Anfang der Debatte sei Clinton total „aufgedreht“ und am Ende dann völlig erledigt gewesen. Sie habe es kaum zu ihrem Auto geschafft. „Warum machen wir nicht einen Drogentest?“, fragte der republikanische Kandidat für das Weiße Haus. Er selbst sei dazu jedenfalls bereit.

Während Trump poltert, wirkt Hillary Clintons Strategie dagegen unspektakulär: Sie hält an ihrem Kurs fest.

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  • Die Umfragen sind doch mittlerweile Schall und Rauch.
    Führe die Umfragen in der richtigen gegen aus, dann bekommst du das gewünschte Ergebnis. Durch solche Umfrage-Ergebnisse sollen doch unentschlossene Wähler beeinflußt werden.
    Sieht man doch auch bei den Umfragen zu den Wahlen bei uns.
    Die Afd hat durchwegs mehr Prozente geholt, als bei den Umfragen erfragt wurde.

    Ich wünsch mir den Trump mittlerweile, damit das Amerikanische System endlich den Präsidenten bekommt, den es verdient hat.
    Die Amerikaner richten die halbe Welt zu Grunde und alles ist eitel Freude Sonnenschein, vor allem die Politmarionetten hier in Deutschland.
    Ein Trump könnte endlich dazu führen, dass sich Deutschland von den USA löst und endlich Politik für Deutschland macht und nicht verdeckt als 51. Bundesstaat agiert.
    Dann können wir TTIP endlich stoppen, wer für TTIP ist, sollte erstmal die Entwicklungen nach NAFTA anschauen. Da läufts einem kalt den Rücken runter.

  • @Europaeer

    ich bin mir da leider nicht so sicher. Die letzten Tage waren jetzt wirklich ein PR-Desaster für Trump. Und das resultiert in 5% Vorsprung in den Umfragen für Clinton... das heisst wenn nur 2,5 % noch umkippen, war es das (und die nächsten Wochen können nicht so schlecht für Trump laufen, wie die letzten...)

    Ok, bei den Umfragen wird nie nach registrierten und nicht-registrierten Wählern unterschieden, und auch die geografische Verteilung (Wahlmänner) fehlt, insofern kann man mit den Umfragen nicht viel anfangen...

  • .... nur noch gut 3 Wochen ....

    Dann können die Republikaner anfangen, das Trümmerfeld zu beseitigen, was ihr Präsidentschaftskandidat hinterlassen hat. Anschließend haben sie erst einmal ein paar Jahre zu tun, sich neu aufzustellen.

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