Vorwahlen in Kentucky
Clinton und Sanders teilen sich Delegierte

Kopf-an-Kopf: Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders und Hillary Clinton haben in Kentucky fast die gleiche Stimmenanzahl erhalten. Derweil marschiert Trump entspannt seiner Nominierung entgegen.

WashingtonDie beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Bernie Sanders haben sich in Kentucky ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den nächsten Vorwahlsieg geliefert. Die frühere US-Außenministerin und First Lady erklärte sich am Dienstag zur Siegerin in dem Staat, obwohl sie nach Auszählung fast aller Stimmen nur minimal vor dem Senator von Vermont lag. Sanders siegte dafür in Oregon, wo bei den Republikanern Donald Trump einen weiteren Schritt in Richtung der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten tätigte.

Der Abstand zwischen den beiden Demokraten betrug in Kentucky nur ein knappes halbes Prozent. Clinton schrieb im Anschluss auf Twitter: „Wir haben gerade Kentucky gewonnen!“ Vereint seien die Demokraten stärker. Das Sanders-Lager teilte zunächst nicht mit, ob es das Ergebnis in dem US-Staat anfechten möchte.

Clinton ist die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten kaum noch zu nehmen. Ihr geht es nun vor allem darum, die Vorwahlsaison nicht mit einer Reihe von Niederlagen gegen Sanders zu beenden. Der hatte sich zuletzt in Indiana und West Virginia durchsetzen können. In Oregon profitierte Sanders am Dienstag von einer mehrheitlich liberalen Wählerschaft.

Er versprach auf einer Kundgebung im kalifornischen Carson, seinen Kampf gegen Clinton ungeachtet des Rückstandes fortzusetzen. „Bevor wir die Gelegenheit bekommen, Donald Trump zu besiegen, müssen wir Ministerin Clinton besiegen“ sagte der 74-Jährige. Allerdings benötigt er rund zwei Drittel aller noch zu vergebenden Delegierten, um Clinton noch zu überholen.

Von den 55 Delegierten in Kentucky gewannen Clinton und Sanders jeweils mindestens 25. In Oregon sind Sanders mindestens 28 von 61 und Clinton 24 sicher. Insgesamt bleibt es somit bei einer Führung der Ex-Außenministerin von fast 300 festgelegten Delegierten. Hinzu kommt für sie der Großteil der Superdelegierten, die auf dem Parteitag im Juli frei entscheiden können, für welchen Bewerber sie stimmen. Im Moment sieht es so aus, als könne Clinton deshalb bereits am 7. Juni bei der Vorwahl in New Jersey die nötige Delegiertenzahl von 2383 hinter sich vereinen.

Vor den Vorwahlen am Dienstag hatte es bei den Demokraten Fragen über die Einheit der Partei gegeben, nachdem bei einem Parteitag in Las Vegas am Samstag Sanders-Anhänger für Tumult gesorgt hatten. Sie warfen Stühle, schrien Redner nieder und stießen gegen die staatliche Vorsitzende der Partei Todesdrohungen aus. Sanders sagte zwar, er verurteilte Gewalt. Eine Entschuldigung äußerte er aber nicht. Stattdessen wiederholte er in einer Erklärung die Vorwürfe seiner Anhänger, sein Lager sei beim Prozess der Delegiertenauswahl überrollt worden.

Die Republikaner ließen am Dienstag nur in Oregon abstimmen. Trump, der sich zuvor bereits neun weitere Delegierte im US-Territorium Guam gesichert hatte, gewann in dem US-Staat 17 weitere hinzu. Recht viele Protestwähler stimmten für die aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegenen John Kasich und Ted Cruz, die so jeweils mindestens drei Delegierte bekamen. Fünf Wahlmänner und -frauen müssen noch vergeben werden.

Trump kommt nun auf 1160 Delegierte, womit ihm nur noch 77 bis zur nötigen Summe für die republikanische Nominierung fehlen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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