Warren Buffett kontert Donald Trump

„Ich habe seit 1944 jedes Jahr Einkommensteuern gezahlt“

Trump hat im zweiten TV-Duell versucht, seine Steuertaktik mit einem Verweis auf den legendären Investor Warren Buffet zu rechtfertigen. Doch dieser kontert nun: Er zahle Einkommensteuern, seitdem er 13 Jahre alt sei.
Der Starinvestor wollte sich sein Image nicht von Donald Trump beschädigen lassen. Quelle: AFP
Warren Buffet

Der Starinvestor wollte sich sein Image nicht von Donald Trump beschädigen lassen.

(Foto: AFP)

FrankfurtWarren Buffett mischt sich nur selten in die täglichen politischen Kämpfe zwischen Demokraten und Republikanern ein. Doch das konnte der 86-jährige Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway nicht auf sich sitzen lassen: Buffett habe ebenfalls eine „massive Abschreibung“ vorgenommen, argumentierte Donald Trump, als er während des zweiten TV-Duells in der Nacht zum Montag seine Steuerpraktiken verteidigen musste. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge könnte Trump nach einem 916 Millionen Dollar schweren Verlust im Jahr 1995 einige Jahre lang keine Einkommensteuern gezahlt haben.

Doch Buffett will gar nicht erst die Vermutung aufkommen lassen, dass er auch so gehandelt haben könnte. „Ich habe seit 1944 jedes Jahr Einkommensteuern gezahlt“, schrieb er dem Börsensender CNB in einer Stellungnahme. „Da war ich 13 Jahre alt.“ Allerdings hat auch der heute viertreichste Mann der Welt einmal klein angefangen: 1944 betrug seine Steuerlast gerade einmal sieben Dollar. Niemals habe er jedoch im Stile von Trump einen Verlustvortrag geltend gemacht.

Apple und andere Stars in Warren Buffetts Portfolio

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

-0,74 -0,50%
+145,92€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
1 von 44

Neu im Depot

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen - nicht so Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar.

Buffetts Anteile: 9,8 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: plus 100 Prozent

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das erste Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand 16. Mai 2016.

PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US7427181091
Börse
L&S

+0,08 +0,11%
+74,41€
Chart von PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.
Procter & Gamble
2 von 44

Aus dem Depot geflogen

Konsumgüter sind eigentlich ein Faible von Warren Buffett. An dem US-Branchenriesen Procter & Gamble (mit Marken wie Ariel) hielt der Investor jahrelang mehrere zehn Millionen Aktien. Doch im ersten Quartal 2016 war Schluss damit. Papiere im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar gab Buffett ab, bis auf ein paar Restaktien.

Buffetts Anteile: 3154 Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: minus 99 Prozent

AT & T INC. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US00206R1023
Börse
L&S

-0,07 -0,23%
+30,43€
Chart von AT & T INC. REGISTERED SHARES DL 1
AT&T
3 von 44

Aus dem Depot geflogen

Im dritten Quartal war Warren Buffett noch neu beim Mobilfunkkonzern AT&T eingestiegen - und zwar direkt in großem Stile. Die fast 60 Millionen Aktien waren etwa 1,75 Milliarden Euro wert. Im vierten Quartal reduzierte er seine Beteiligung wieder deutlich, jetzt ist die Aktie zum Jahresauftakt 2016 komplett aus dem Depot geflogen.

Buffetts Anteile: 0 Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: minus 100 Prozent

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

-1,41 -1,75%
+80,17€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im vierten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: unverändert

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

+0,26 +0,67%
+38,59€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
5 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält im ersten Quartal 2016 nicht an allen seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der bekennende Cherry-Coke-Fan verkauft fast 1,8 Millionen Anteilscheine. Dennoch gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 398,2 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: minus 0,4 Prozent

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

0,00 0,00%
+132,60€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
6 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im ersten Quartal 2016 baut er die Beteiligung leicht aus, nachdem er sie zuletzt im ersten Quartal vergangenen Jahres um drei Prozent aufgestockt hatte. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 79,54 Millionen
Veränderung im ersten Quartal 2016: +0,2 Prozent

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

+0,29 +0,56%
+52,44€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
7 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Im ersten Quartal vergangenen Jahres hatte Buffett sein Anteile an Wells Fargo zuletzt leicht aufgestockt, genau so tut er es 2016. Er hält etwa 24 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 478,88 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: plus 1,9 Prozent

Buffett, der die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt, kritisierte Trump auch dafür, dass er seine Steuern nicht veröffentlicht, wie es im Wahlkampf üblich ist. Wie Trump würden auch Buffetts Steuererklärungen gerade von der Steuerbehörde geprüft und trotzdem hätte Buffett kein Problem damit, sie offen zu legen.

„Auch Herr Trump würde damit kein Problem haben – zumindest kein Juristisches“, bemerkte Buffett spitz und gab einen Einblick in seine eigene finanzielle Situation. Im vergangenen Jahr hat er nach eigenen Angaben Einkommensteuer in Höhe von 1,85 Millionen Dollar gezahlt, auf ein Einkommen von 11,56 Millionen Dollar – davon konnte er knapp die Hälfte abschreiben, unter anderem für gemeinnützige Spenden. Buffett, dessen Vermögen auf rund 66 Milliarden Dollar geschätzt wird, spendete im vergangenen Jahr 2,858 Milliarden Dollar seines Vermögens. Steuerfrei darf man in den USA maximal 2,8 Milliarden Dollar spenden.

Buffett selbst hat das amerikanische Steuersystem immer wieder kritisiert. Es sei ungerecht, dass seine Sekretärin mehr Steuern zahle als er, hatte Buffett bereits vor Jahren zu bedenken gegeben und schlug vor: Wohlhabende mit einem Einkommen von über einer Million Dollar sollten darauf mindestens 30 Prozent Steuern zahlen. Diese sogenannte „Buffett-Regel“ wurde auch in die Steuerreform von Präsident Obama aufgenommen. Umgesetzt wurde sie jedoch nie.

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