Wenn Trump Präsident wäre
Schulden senken trotz „massiver Rezession“

Wenn es um eine Schlagzeile geht, ist sich Donald Trump für nichts zu schade. Die Kritik am republikanischen Präsidentschaftskandidaten wird jedoch lauter – ebenso die Zweifel an seiner wirtschaftlichen Kompetenz.

Die Häme lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen. In einem „aufschlussreichen“ Interview, so lässt die traditionsreiche „Washington Post“ wissen, sage Donald Trump eine „massive Rezession“ vorher. Trotzdem wolle der republikanische Präsidentschaftskandidaten die Staatsschulden in acht Jahren abtragen. „Die meisten Ökonomen halten das für unmöglich“, merkt die Zeitung süffisant an – dafür müsste Trump schließlich in den nächsten Jahren die Hälfte des Staatshaushaltes in Höhe von vier Billionen Dollar für den Schuldendienst aufwenden.

Es ist nicht die einzige Kritik, die sich der Bewerber in diesen Tagen anhören muss. So hat ihm US-Präsident Barack Obama politische Naivität vorgeworfen. Der Milliardär habe nicht viel Ahnung von Nuklearpolitik „oder der Welt im Allgemeinen“, sagte Obama zur Forderung Trumps, Japan und Südkorea sollten sich selbst mehr um ihre Verteidigung kümmern und sich atomar bewaffnen. „Unser Bündnis mit Japan und Südkorea ist einer der Grundpfeiler unserer Präsenz in der Region“, sagte Obama über die Strategie der USA nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir möchten niemanden im Oval Office, der nicht anerkennt, wie wichtig das ist.“ Die Welt schaue aufmerksam auf die US-Präsidentschaftswahl, warnte Obama.

Der „Washington Post“ gab Trump ein anderthalbstündiges Interview. Darin gab sich der Politiker düster: Die US-Wirtschaft stehe vor einer schwereren Rezession. Ein überbewerteter Aktienmarkt und ein viel schlechtere Situation am Arbeitsmarkt als offiziell ausgewiesen seien die Vorboten dafür, sagte der 69-jährige Milliardär. Es gebe eine wirtschaftliche Blase, die zu platzen drohe. Der Aktienmarkt ist in den vergangenen Jahren vor allem wegen des billigen Geldes der Notenbanken gestiegen. Die Erwerbslosenquote liegt in den USA bei rund fünf Prozent. In Wahrheit sei der Wert aber unrealistisch und eigentlich um ein Vielfaches höher, so Trump.

Diese pessimistische Sicht hält Trump aber nicht von markigen wirtschaftspolitischen Ankündigungen ab. Er sei in der Lage, die US-Schulden in Höhe von 19 Billionen Dollar binnen acht Jahren abzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, wolle er Handelsabkommen mit Staaten wie China neu verhandeln. Das ermögliche der Wirtschaft zusätzliches Wachstum, um die Schulden zurückzuzahlen. Viele Ökonomen, erklärt die Zeitung indes, sähen die Gefahr eines Handelskrieges, der dem Land schade. Die Kritik trifft Trump an einer empfindlichen Stelle: Der Favorit der Republikaner versucht vor allem mit seiner wirtschaftlichen Kompetenz als Unternehmer zu punkten.

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