US-Wahl
Putin springt Trump in Russland-Affäre bei

Die Russland-Affäre überlagert Trumps erste Asien-Reise. Hintergrund sind Kontakte zwischen Beratern des US-Präsidenten und russischen Regierungsvertretern. Nun bekommt Trump Rückendeckung vom Kremlchef höchstpersönlich.
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Der russische Präsident Wladimir Putin springt seinem US-Kollegen Donald Trump in der Russland-Affäre um dessen Wahlkampf-Team bei. Putin wies am Samstag zum Ende des Apec-Gipfels im vietnamesischen Da Nang Berichte zurück, seine Familienangehörige hätten Kontakt zur Trump-Regierung. Das sei Unsinn, sagte er. Die Russland-Affäre überlagert die erste Asien-Reise des US-Präsidenten, weil Sonderermittler Robert Mueller kürzlich Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort wegen Geldwäsche und Verschwörung angeklagt hat. Hintergrund sind Kontakte zwischen Trump-Beratern und russischen Regierungsvertretern sowie Vorwürfe, Russland habe in den US-Wahlkampf zu Trumps Gunsten eingegriffen.

Die Ermittlungen gegen Manafort hätten mit Russland nichts zu tun, sagte Putin. Eine mutmaßliche Verbindung zwischen Manafort und Russland sei von Gegnern Trumps konstruiert worden, sie sollten als Waffe gegen den US-Präsidenten genutzt werden.

Die Russland-Kontakte von US-Handelsminister Wilbur Ross seien rein geschäftlicher Natur gewesen, sagte Putin. Ross selbst hatte Kritik an seinem finanziellen Engagement mit Bezug zu Russland zurückgewiesen. Die Tatsache, dass die Reederei Navigator, an der er beteiligt sein soll, Geschäftsbeziehungen zu Russland unterhalte, sei vollkommen sauber.

US-Geheimdienste waren im Januar zu dem Schluss gekommen, Putin habe eine Beeinflussung des US-Wahlkampfs angeordnet. So sollen unter anderem Hacker peinliche E-Mails von Trumps Konkurrentin Hillary Clinton ausgespäht und veröffentlicht haben. Zudem soll im Auftrag Russlands Anti-Clinton-Propaganda in sozialen Netzen verbreitet worden sein. Trump und Putin bestreiten die Vorwürfe. „Alles, was mit dem sogenannten Russland-Dossier in den USA verbunden ist, ist Ausdruck eines andauernden innenpolitischen Kampfes“, sagte Putin der russischen Agentur Interfax zufolge.

Trump sagte am Samstag gegenüber Journalisten an Bord der Air Force One: „Ich glaube, ich glaube wirklich, wenn er das sagt, dann meint er das.“ Putin habe Trump zufolge ihm gegenüber mehrfach behauptet, „nicht reingepfuscht“ zu haben. „Ich habe ihn nochmals gefragt. Da kann man noch so oft fragen“, sagte der US-Präsident. „Ich glaube, dass er deswegen sehr beleidigt ist, was für unser Land keine gute Sache ist“, sagte Trump.

Der US-Präsident warf am Samstag den US-Demokraten vor, mit den Anschuldigungen eine „künstliche Barriere“ in den amerikanisch-russischen Beziehungen geschaffen zu haben. Die Vorwürfe behinderten seine Möglichkeiten, mit Russland zusammenzuarbeiten, erklärte Trump. So sei es schwerer, internationalen Druck auf Nordkorea auszuüben, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Und das koste Menschenleben. „Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Russland sei extrem wichtig dafür, das große Problem mit Nordkorea zu lösen. „Das würde uns wirklich sehr helfen, wenn Russland sich mit um Nordkorea kümmern würde. Wir reden über Millionen und Abermillionen von Leben. Wenn Russland uns zusätzlich zu China helfen würde, würde das Problem viel schneller weggehen“, so der US-Präsident.

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