US-Wahlkampf
Clintons Vorsprung bröckelt, Drogenvorwürfe gegen Obama

Drei Wochen vor Beginn der Vorwahlen in den USA gerät die Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton zunehmend unter Druck. Rivale Obama holt deutlich auf. Doch auch der hat ein neues Problem.

HB BOSTON. Aus zwei am Mittwoch veröffentlichten Umfragen ging hervor, dass Hillary Clintons schärfster parteiinterner Rivale im Rennen um die Kandidatur der Demokraten, Barack Obama, deutlich aufgeholt hat. So lag Clinton im US-Bundesstaat New Hampshire, wo am 8. Januar abgestimmt wird, laut einer Erhebung des TV-Senders CNN nur noch einen Prozentpunkt vor dem Senator aus Illinois. In der Umfrage des Bostoner Fernsehsenders WHDH-TV führte sie zwar noch mit sieben Punkten, im vergangenen Monat betrug ihr Vorsprung auf Obama aber noch zwölf Prozentpunkte.

Meinungsforscher David Paleologos sagte, dass Obama einige Wähler für sich gewinnen konnte, die bislang für andere, weniger aussichtsreiche Bewerber waren. Erst kürzlich überholte Obama Clinton sogar in einer Umfrage, die die Gunst der Wähler in Iowa auslotete. Dort findet am 3. Januar die erste Vorwahl statt. Spätestens im Februar dürfte feststehen, wen die beiden großen Parteien in den eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf schicken.

Ein führender Berater von Clinton erbob indes schwere Vorwürfe gegen Obama und sorgte damit für neuen Zündstoff im Vorwahlkampf: Die Partei sollte mehr als bisher bedenken, dass Obama zugegeben habe, als Jugendlicher einmal Drogen genommen zu haben, sagte Bill Shaheen in einem Interview der „Washington Post“. Dies könnte vor der Präsidentschaftswahl im November 2008 zu Problemen führen, falls Obama zum Kandidaten der Demokraten nominiert werden sollte.

Das Wahlkampfteam Obamas erklärte dazu, das Clinton-Lager werde offenbar zunehmend verzweifelter. Die New Yorker Senatorin habe sich erst mit der Kindergartenzeit Obamas beschäftigte und wende sich nun seiner Teenager-Zeit zu, sagte Obamas Wahlkampfchef David Plouffe. Clinton versuche so, ihren Abwärtstrend in den Meinungsumfragen aufzuhalten. Obama wolle sich hingegen weiter auf die Themen konzentrieren, die für die Amerikaner wirklich wichtig seien.

In seinen persönlichen Erinnerungen mit dem Titel „Dreams from My Father“ hatte Obama offen über eine Drogenerfahrung als Jugendlicher geschrieben. Das Wahlkampfbüro Clintons distanzierte sich von den Außerungen Shaheens. Dieser äußerte später sein Bedauern über seine Bemerkungen und erklärte, sie seien vom Wahlkampfteam Clintons nicht autorisiert worden.

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