US-Wahlkampf: Hillary Clinton und die Geister von 2008

US-Wahlkampf
Hillary Clinton und die Geister von 2008

Hillary Clinton muss Rückschläge im Wahlkampf verkraften. Ihr Gegenspieler Bernie Sanders liegt in manchen Umfragen plötzlich vorne. Und noch ein anderer Kandidat könnte ihr plötzlich gefährlich werden.

WashingtonEs sah gut aus für Hillary Clinton. Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen in den USA führte die frühere Außenministerin das Bewerberfeld bei den Demokraten an. Sie war die Favoritin in den Umfragen, sie dominierte die TV-Debatten. Diese lästige Geschichte mit den Emails - sie ließ als Chefdiplomatin einst dienstliche E-Mails über einen privaten Server laufen - saß die 68-Jährige einfach aus. Und nun das, kurz vor den ersten Vorwahlen.

Plötzlich holt Bernie Sanders auf. Eine Umfrage geht von einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus, eine andere prophezeit dem Senator von Vermont einen deutlichen Vorsprung in den Bundesstaaten, in denen Anfang Februar die ersten innerparteilichen Vorwahlen anstehen. Fünf Punkte Vorsprung hat er demnach in Iowa, eine andere Umfrage sieht ihn in New Hampshire gar mit 14 Punkten vor Clinton.

Letzteres mag auch damit zu tun haben, dass der Staat an Vermont grenzt. Trotzdem, der Ton zwischen den beiden Bewerbern wird schärfer, die Angriffe häufen sich. Am Sonntagabend steht wieder eine TV-Debatte an. Man könnte sagen, die Masken sind gefallen. Man könnte sagen, dass Clinton nervös wird. Holen die Geister von 2008 sie ein?

Damals galt sie ebenfalls Langezeit als die Favoritin. Bis ein anderer in den Umfragen besser dastand: Barack Obama. Er gewann Iowa, sie gewann New Hampshire. Sie holte Michigan, er holte South Carolina. Er gewann viele andere Vorwahlen, sie ein paar weniger. Sie räumte ihre Niederlage ein, er wurde zum Kandidaten gewählt.

Und jetzt Bernie Sanders. Der 74-Jährige ist der erfahrenste Parlamentarier im Rennen, aber er ist niemand, der die breite Basis auf sich vereinen kann. Ein Linksaußen. Einer, der über sich sagt, er sei ein demokratischer Sozialist.

Clinton hat die großen Spender auf ihrer Seite, sie hat den finanziellen Rückhalt, sie kann die Amtserfahrung als Außenministerin vorweisen. In den letzten Tagen kamen noch einmal ein paar symbolträchtige Unterstützer hinzu. Aber Clinton ist nicht überall beliebt. Zu groß sei ihr Machtbewusstsein, zu autoritär ihr Führungsstil, lauten die Vorwürfe. Die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton sei Teil einer Dynastie, keine Kandidatin des Volkes, die Authentizität fehle.

Dennoch zweifelte lange Zeit niemand daran, dass sie die uneingeschränkte Favoritin bei den Demokraten ist. Dass sie das Zeug hat, bei den Präsidentschaftswahlen im November die Republikaner zu besiegen - ob nun deren Kandidat Donald Trump, Ted Cruz oder Jeb Bush heißt. Jetzt sieht sie sich zur Offensive gezwungen: Sanders habe zweimal für ein Gesetz gestimmt, das Waffenhersteller vor Klagen schützt. Sanders wolle Obamacare rückgängig machen, also das Programm, das Millionen eine Gesundheitsversicherung ermöglicht. Sanders habe sehr viele große Ideen, aber verrate keinem, wie er sie bezahlen wolle.

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Biden bereut Entscheidung

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