US-Wahlkampf
Hillary Clintons Wahlkampfkasse ist überraschend prall gefüllt

Bislang hatte Hillary Clinton in den Umfragen geführt, Barack Obama aber beim Einsammeln von Spenden. Doch nach den neuesten Daten aus dem dritten Quartal scheint sich dieser Trend nun zu drehen – vor allem bei den Neu- und Kleinspendern konnte Clinton stark zulegen. Ihr bislang ärgster Verfolger, Obama, holt indes zur verbalen Offensive aus.

WASHINGTON. Denn in den Sommermonaten 2007 flossen 27 Mill. Dollar in die Wahlkampfkasse der Senatorin aus New York – und damit rund sieben Mill. mehr als in jene von Obama. Übersetzt sich dies in Stimmen, dann müsste Hillary Clintons Popularitätsvorsprung von bereits knapp 20 Prozent gegenüber ihrem bislang engsten Verfolger eigentlich noch weiter wachsen.

Der holte nahezu zeitgleich zur Veröffentlichung der neuen Spendenzahlen zu einer weiteren außenpolitischen Grundsatzrede aus. Zum einen forderte er darin eine atomwaffenfreie Welt. Vor allem aber attackierte er erneut Hillary Clintons Haltung zum Irak-Krieg. „Das erste was wir tun müssen ist, diesen Krieg zu beenden“, sagte Obama vor Zuhörern an der DePaul Universität in Chicago. „Und die richtige Person, um dies zu tun, ist jemand, der mit dem richtigen Urteilsvermögen den Krieg von Anfang an ablehnte.“

Obama machte seine Ausführungen am fünften Jahrestag einer Rede, die er 2002 als Bundessenator im Kongress seines Staates Illinois gehalten hatte. Darin hatte er sich gegen einen Waffengang im Irak ausgesprochen. Hillary Clinton hatte als US-Senatorin im gleichen Jahr mit ihrem Votum Präsident George W. Bush freie Hand für einen möglichen Krieg gegen den Irak gegeben. Er warf Clinton vor, Teil des „konventionellen Denkens“ gewesen zu sein und kritisierte den Kongress dafür, kein Rückgrat gezeigt zu haben.

Die Angriffe auf Hillary Clinton könnten als Zeichen wachsender Nervosität der Obama-Kampagne interpretiert werden. Denn Obama ist es in den letzten Wochen nicht gelungen, den Abstand auf Clinton zu reduzieren. Zudem hat es die 59-Jährige Ex-First-Lady offenbar auch geschafft, in die Domäne der Neu- und Kleinspender einzubrechen, die bislang Obama fest im Griff hatte. Clinton meldete im dritten Quartal 100 000 neue Spender, Obama 93 000.

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