US-Wahlkampf
Romney lässt Obamas Heuschrecken-Vorwurf abperlen

Der Kandidat der Republikaner bleibt farblos, aber noch hat Amtsinhaber Barack Obama das Rennen um die US-Präsidentschaft noch lange nicht gewonnen. Daher greift er zu härteren Angriffen auf den Herausforderer Romney.
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WashingtonAls am Anfang des Jahres die parteinternen Gegenkandidaten den Republikaner Mitt Romney als geldgierigen Investor brandmarkten, hatten sie damit beim Wähler wenig Erfolg. Präsident Barack Obama macht nun die gleiche Erfahrung: Sein jüngster Wahlkampfspot, der Romneys Vergangenheit als Geschäftsmann ins Visier nimmt, funktioniert nicht. Mehr noch: Obama, der am 6. November als US-Präsident wiedergewählt werden möchte, verliert gegenüber dem Republikaner kontinuierlich an Boden.

Landesweit liefern sich Obama und Romney inzwischen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In Florida, einem der entscheidenden Swingstates, auf den es bei der Wahl im Herbst ankommen könnte, liegt Romney nach einer Umfrage der Quinnipiac Universität inzwischen sogar mit sechs Punkten vor Obama. Bei den Wahlen 2008 siegte Obama dort noch – und legte damit den Grundstein zu seinem Erfolg. Doch mit einer im landesweiten Vergleich überdurchschnittlichen Arbeitslosenrate von neun Prozent und anhaltenden Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt sinkt der Glaube der Menschen in Florida, dass Obama die ökonomische Wende bald gelingen wird.

„Der Präsident hat keinen blassen Schimmer davon, wie man eine Wirtschaft wieder in Gang bringt“, sagte Romney jetzt in einem Interview mit der Zeitschrift „Time“ – und nutzt die offene Flanke, die die flauen Konjunkturdaten bieten, weidlich aus. Romney möchte die Abstimmung im November alleine zu einem Referendum über Obamas ökonomische Bilanz machen. Obama hingegen arbeitet sich an Romneys Reichtum und dessen Geschäftspraktiken ab.

Als Gründer und Chef der Investmentfirma Bain Capital hatte sich Romney mit geliehenem Kapital bei zahlreiche Unternehmen mit dem Ziel eingekauft, diese mit Profit später wieder zu verkaufen. Dabei haben tausende Menschen ihre Jobs verloren, allerdings gelang in vielen Fällen durch die Sanierung auch der „Turnaround“ von in Not geratenen Firmen.

 Doch die Angriffe auf den Geschäftsmann Romney stoßen nicht nur bei den Konservativen im Land auf Kritik. Auch prominente Demokraten wie der Ex-Gouverneur von Pennsylvania, Ed Rendell, und der Bürgermeister von Newark, Cory Booker, fühlen sich bei den Spots der Obama-Kampagne unwohl. „Mir gefällt der ganze Ton der Angriffe nicht“, sagte Rendell. Booker bezeichnete die Attacken gar als „ekelerregend“ – und das ausgerechnet in einer der prominentesten Talkshows des Landes, „Meet The Press“.

Zu tun hat die Kritik aus den eigenen Reihen zum einen damit, dass Mäkeleien am Erfolg anderer in den USA grundsätzlich nicht gut ankommen. Zum anderen aber hatte die Wall Street die Demokraten über viele Jahre hinweg regelmäßig mit Spendengelden versorgt. Die Kampagne gegen Romney, der als rücksichtslose „Heuschrecke“ portraitiert wird, nehmen viele Banker Obama deshalb auch ganz persönlich übel. Nach Recherchen des „Centers for Responsive Politics“ hat sich der Spendenfluß aus dieser Branche bereits sichtlich zu Gunsten der Republikaner verlagert. 57 Prozent aller Spenden gingen an die Konservativen – so viel wie zu diesem Zeitpunkt seit Jahren nicht mehr.

 

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " US-Wahlkampf: Romney lässt Obamas Heuschrecken-Vorwurf abperlen"

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  • Die Finanzkrise fing 9/11 an: fast wie gerufen für die G.W.Bush Administration.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

  • Mick ist ja auch keine Heuschrecke: ein weiter schwerreicher US-Millionör, der US-amerikanischen Slums Mores zu lehren wünscht:
    Lets pray 4 freedom and other niggers.
    Romney kann das.

  • Als Obama die Macht übernahm fing unmittelbar danach die Finanzkrise an.
    Das Land wurde durch eine katastrophale Wirtschaftspolitik (8 Jahre Bush)der Republikaner zugrunde gerichtet.
    Amerikaner ich würde mich schämen, wenn auch nur ein einziger Deutscher sich seine Krankenversicherung nicht leisten könnte. 46 Mio (15 %) Amerikaner haben keine Krankenversicherung. Obama war der einzige der sich dieses Problems annahm. 40% der weltweiten Rüstungsausgaben (550 Mrd. Dollar) gehen auf das Konto der USA. Obama hat die Militärausgaben um 20% gesenkt.

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