US-Wahlkampf

Sanders holt weiteren Sieg gegen Clinton

Hillary Clinton fällt es schwer, Bernie Sanders abzuschütteln. Der Senator holt einen Vorwahlsieg in West Virginia – und will bis zum Schluss weiterkämpfen. Donald Trump hat erwartungsgemäß keine Schwierigkeiten.
Update: 11.05.2016 - 07:01 Uhr

Nicht abzuschütteln: Sanders setzt sich gegen Clinton durch

WashingtonDer demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat mit einem Vorwahlsieg im US-Staat West Virginia seinen Rückstand auf Hillary Clinton etwas verringert. Im Gesamtrennen liegt der Senator von Vermont allerdings nach wie vor klar hinter der früheren Außenministerin. Dennoch will Sanders weiterkämpfen.

Bei den Republikanern hatte Donald Trump leichtes Spiel: In West Virginia gewann der Immobilienmogul ebenso wie in Nebraska, nachdem seine verbliebenen Rivalen Ted Cruz und John Kasich vergangene Woche ihre Kampagnen beendet hatten. Der Weg zur Nominierung zum offiziellen Kandidaten der Partei ist für Trump damit praktisch frei.

Auch Clinton bleibt trotz ihrer Niederlage in West Virginia auf Kurs. Ihr fehlen nur 144 der 2383 Delegierten, die sie für die Kür zur offiziellen Kandidatin der Demokraten bräuchte. Um sich die Nominierung zu sichern, müsste sie nur 14 Prozent der bei den verbliebenen Vorwahlen verfügbaren Wahlmänner und Wahlfrauen gewinnen.

Mit diesen Firmen scheiterte Donald Trump
Casinos
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Neben zahlreichen Gebäudekomplexen besaß Trump einst auch Casinos. Unter dem Label „Trump Entertainment Resorts“ liefen drei Spielhäuser auf seinen Namen: Trump Taj Mahal, Trump Plaza und Trump Marina. 2014 meldete Trump Entertainments allerdings zum wiederholten Male Insolvenz an. Seiner Meinung nach ein gekonnter Schachzug: „Wir nutzen die Gesetze. Wir eröffnen ein Verfahren, wir verhandeln mit den Banken, wir machen einen fantastischen Deal“, sagte er 2011 in der ABC-Talkshow „This Week“. Die Investmentfirma des bekannten Großinvestors Carl Icahn kaufte „Trump Entertainment“ im vergangenen Monat mitten im Wahlkampf und im laufendem Insolvenzplan auf. Er habe mit Casinos nichts zu tun, da stünde nur sein Name drauf, sagt der Milliardär Trump heute.

Hypotheken
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Auf die Idee von „Trump Mortgage“, zu deutsch Trump-Hypothek, kam der Geschäftsmann im Jahr 2006 – genau ein Jahr, bevor die Immobilienblase in den USA platzte. Damals sagte er gegenüber dem Fernsehsender CNBC: „Ich denke, es ist eine großartige Zeit ein Hypotheken-Unternehmen aufzuziehen. Der Immobilienmarkt wird noch für eine lange Zeit sehr stark sein.“ Das scheint Trump allerdings vergessen zu haben. Er behauptete im Vorwahlkampf, er habe die Krise kommen sehen.

Fluggesellschaft
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1989 kaufte Trump seine eigene Airline. Er baute die Fluggesellschaft zu einer Luxusvariante um und nannte sie „Trump Shuttle“. Die sollte Geschäftsleute zwischen New York, Boston und Washington hin- und herfliegen. Das Innere der Boeing 727 wurde nobel mit Ahorn-Täfelung und verchromten Sitzgurt-Schnallen ausgestattet, in den Toiletten wurden goldene Armaturen angebracht. Aber die Passagiere wollten lieber bessere Verbindungen. Als dann in Folge des Einmarsches irakischer Truppen in Kuwait der Ölpreis in die Höhe schnellte und der Nordosten der USA selber in eine Rezession schlitterte, war es vorbei. Trump Shuttle war überschuldet. Das Unternehmen wurde verkauft. Am Ende ging Trumps Flotte in US Airways auf.

Brettspiel ums Geld
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1989 benannte Trump ein Brettspiel nach sich. Natürlich ging es im Stil von Monopoly darum, wer am Ende das meiste Geld hat. Kurz nach seiner Veröffentlichung wurde die Produktion des Spiels eingestellt. 2005 versuchte er es mit einer Neuauflage in Zusammenarbeit mit Parker Brothers. Aber auch diese Version war ein Flop.

Reiseportal
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Wenn man heute GoTrump.com eingibt, wird man automatisch auf die offizielle Wahlkampfseite von Donald Trump weitergeleitet. Wo jetzt zu Spenden aufgerufen wird, befand sich vor zehn Jahren noch eine Reisesuchmaschine. Nach nur einem Jahr war die Seite offline.

Zeitschrift
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Hier ist Trump bei einem Cover-Shooting für das „Time“-Magazin zu sehen, es gab allerdings auch Zeiten, als Trump sein ganz eigenes Magazin herausbrachte. Das beschrieb er bei der Veröffentlichung 2007 folgendermaßen: „Trump Magazine wird die Leidenschaften seiner wohlhabenden Leserschaft reflektieren.“ Nur anderthalb Jahre später wurde das Magazin für „VIPs und sehr einflussreiche Menschen“ eingestellt.

Edel-Steaks
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Ein Steak mit dem Namen Trump gebrandmarkt: Eigens für den Verkauf über die Händlermarke „Sharper Image“ konnte man ab 2007 ganze 16 Steaks für bis zu 999 Dollar erwerben. Mittlerweile werden die Steaks nicht mehr frei für jedermann verkauft, dafür aber in jedem Gebäude serviert, das zum Trump-Imperium gehört. Für den Milliardär sind es „die besten Steaks der Welt.“

Das bedeutet, dass Clinton in allen verbleibenden Vorwahlstaaten mit großem Abstand verlieren und letztlich dennoch als die Kandidatin hervorgehen könnte - solange die Superdelegierten weiter zu ihr halten. Dabei handelt es sich um Parteifunktionäre, die sich beim Parteitag im Sommer frei für einen der Bewerber entscheiden können. Die meisten haben sich bisher auf Clinton festgelegt.

Doch warf ihr Misserfolg in West Virginia ein Schlaglicht auf ihren schwierigen Stand bei weißen Wählern und Unabhängigen, bei denen Sanders besser abschneidet. Dieser gab sich bei einem Auftritt in Salem im Staat Oregon hartnäckig. „Um es ganz klar zu sagen, wir führen die Kampagne, um die demokratische Nominierung zu gewinnen“, erklärte er. „Wir werden um jede letzte Stimme kämpfen.“

Er wisse, dass es eng werde, doch sei er steinige Wege gewohnt, sagte er. Seine Kampagne sei am besten in der Lage, den voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu schlagen. Auf die Mehrheit der Delegiertenstimmen könne er immer noch kommen, betonte Sanders.

Zwar lockt Sanders noch immer Tausende zu seinen Kundgebungen, hat jedoch mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen, je näher Clinton der Nominierung kommt. Für Kalifornien hat er nur rund 525.000 Dollar für Werbung eingeplant, für West Virginia waren es nur 63.000 Dollar, wie der Dienstleister Kantar Media vorrechnete.

  • ap
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