US-Wahlkampf
Senat prüft Verbindungen zwischen Trump und Putin

Der Geheimdienstausschuss untersucht Russlands Machenschaften im US-Wahlkampf. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Trump-Team Kontakte nach Moskau unterhielt. Wenn ja, wäre die Skandalstufe Watergate erreicht.
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WashingtonMichael Morell ist ein kluger Analytiker, kein parteipolitischer Hitzkopf. Er kann auf eine lange Karriere bei der CIA zurückblicken, hat sowohl republikanischen als auch demokratischen Regierungen gedient. Für ein paar Monate führte er den Auslandsgeheimdienst als Übergangschef. Morell hat sich Respekt erarbeitet, sein Wort hat in Washington Gewicht.

Es hat daher auch den Senatoren und Abgeordneten im Kongress zu denken gegeben, dass Morell die russischen Hackerangriffe auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen als „politisches Äquivalent” der Terroranschläge des 11. September 2001 bezeichnet hat. Nach wochenlangem Zögern will der Geheimdienstausschuss des Senats nun Aufklärungsarbeit leisten. Das Gremium hat am Freitag beschlossen, die Hintergründe der Cyberangriffe aufzuklären, die nach den Erkenntnissen der Amerikaner von Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich angeordnet wurden, um der Demokratin Hillary Clinton zu schaden und ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen.

Unter der Führung des Republikaners Richard Burr und des Demokraten Mark Warner will der Ausschuss nun doch klären, ob während des Wahlkampfs „Verbindungen zwischen Russland und Personen in den USA bestanden hätten, die mit den Wahlkampfteams assoziiert waren“, wie es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Senatoren hieß. Bisher hatte sich Burr dagegen gesträubt, im Zuge der Untersuchungen auch Trumps Wahlkampfteam zu durchleuchten.

Für die Republikaner ist die Aufklärung ein heikles Unterfangen: Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass sich Trumps Wahlhelfer mit russischen Agenten abgesprochen haben, wäre die Skandalstufe Watergate erreicht – und das heißt: eine Staatskrise.

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