US-Wahlkampf
Teaparty macht kurzen Prozess mit Dick Lugar

Senator Lugar tritt ab, einer der letzten Republikaner, die über Parteigrenzen hinweg denken. Der Grandseigneur der Konservativen unterliegt einem Aktivsten der Teaparty - die beweist, wie stark sie nach wie vor ist.
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WashingtonHatte er die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Wahrscheinlich. Denn ansonsten hätte Richard Lugar, einer der dienstältesten republikanischen Senatoren, nicht mit solcher Naivität auf seine erneute Nominierung gehofft. Jetzt, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, wurde er abgewählt – und das mit rund 20 Prozent überaus deutlich. Verloren hat das politische Urgestein gegen einen Teaparty-Aktivisten, der die Vorstellungen des liberal-konservativen Lugar als längst überholt abtat. Was stimmt: Überparteiliche Zusammenarbeit hat seit Jahren keinen Platz mehr im Kongress in Washington. Die alte Garde der republikanischen Realos muss abtreten.

Zwei Lehren lassen sich ziehen aus der Abwahl des 80-Jährigen langjährigen außenpolitischen Experten der Konservativen: Die Teaparty darf als politische Kraft noch lange nicht abgeschrieben werden. Und: Mit dem höflich-diplomatischem Stil eines Grandseigneurs wie Dick Lugar lässt sich nicht mehr gewinnen.

Lugar ist nicht der einzige republikanische Veteran, der gehen muss. Olympia Snowe, Senatorin aus Maine, hat bereits vor einer erneuten Kandidatur ihren politischen Abschied genommen, weil in der vergifteten parteiischen Atmosphäre in den USA für konservativ-liberale Geister kein Platz mehr sei.

Auch Kay Bailey Hutchison, republikanische Senatorin aus Texas, unternimmt gar nicht mehr den Versuch, erneut anzutreten. Auch sie hatte immer mal wieder gewagt, gegen die Parteilinie zu stimmen. Etwa, als sie sich gegen eine Blockade von Präsident Barack Obamas Gesundheitsreform wandte.

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