US-Wahlkampf
Untypischer Trump

Eine Schlacht zwischen Quereinsteigern und Karrierepolitikern: In der dritten TV-Debatte sind die Favoriten auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur Carson und Trump plötzlich im Verteidigungsmodus.

BoulderZehn republikanische Präsidentschaftsbewerber haben sich erneut beim direkten Schlagabtausch voneinander abzugrenzen versucht. Im Fokus stand bei der dritten TV-Debatte vor allem der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, der sich in Umfragen zuletzt vor den Milliardär Donald Trump schieben konnte. Ein starker Auftritt wurde aber Senator Marco Rubio bescheinigt, der sich ein Wortgefecht mit dem in der Wählergunst weit abgeschlagenen Jeb Bush lieferte. Kritik hagelte es vonseiten der Republikaner am Fragestil der Moderatoren von CNBC.

Der Sender hatte für Mittwochabend (Ortszeit) neben Carson, Trump, Rubio und Bush den Senator Ted Cruz, Arkansas' Ex-Gouverneur Mike Huckabee, New Jerseys Gouverneur Chris Christie, Ohios Gouverneur John Kasich, Senator Rand Paul und die Ex-Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, auf die Bühne in der Stadt Boulder gebeten.

Drei Monate vor Start der Vorwahlen zur republikanischen Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur hat sich eine spannende Schlacht zwischen den Quereinsteigern und Karrierepolitikern im Bewerberfeld entwickelt. Unter vielen Konservativen machen sich Ressentiments gegen das Washingtoner Establishment breit, von denen sowohl Carson als auch Trump profitieren.

Die beiden Kandidaten mussten sich bei der Debatte allerdings harten Fragen über die Ernsthaftigkeit ihrer Agenda fürs Weiße Haus stellen.

Ein Moderator wollte etwa von Trump wissen, ob sein Vorschlag, einen Grenzwall zu Mexiko bauen und jeden illegal in die USA eingereisten Einwanderer abzuschieben, nicht eher ein Fall für eine „Comic-Heft-Kampagne“ sei. Trump reagierte gereizt. „So wie Sie gefragt haben, war das keine sehr nett gestellte Frage“, sagte er. Seine Vorschläge seien realistisch. Wenn China eine 20 900 Kilometer lange Mauer bauen könne, könne er eine 1609 Kilometer lange Mauer entlang der Grenze zu Mexiko bauen.

Carson erläuterte seine bisher vagen Steuerpläne. Ihm schwebe die Idee einer Pauschalabgabe von 15 Prozent vor, sagte er. Allerdings fragen sich Kritiker, ob der Regierung bei einem solchen System noch genügend Mittel zur Finanzierung von Bundesprogrammen zur Verfügung stünden.

Der einst als Favorit gehandelte Jeb Bush musste beweisen, dass er noch da ist. Der Bruder und Sohn der früheren Präsidenten George und George W. macht derzeit eine Durststrecke durch: Wegen spärlich einlaufender Spenden musste er jüngst bei seiner Kampagne den Rotstift ansetzen und seine Wahlkampfstrategie überarbeiten.

Während der Debatte schoss sich Bush auf Rubio ein - und legte damit nahe, dass er den Senator von Florida als größtes Hindernis für sein politisches Fortkommen betrachtet. Rubio warf er vor, im Senat Abstimmungen verpasst zu haben. Er sollte zur Arbeit gehen, forderte Bush. Rubio entgegnete brüsk: „Jemand hat Sie davon überzeugt, dass Attacken auf mich Ihnen helfen werden.“ In einem Punkt waren sich Bush und Rubio jedoch einige: Die Steuern müssten sinken. Bush sagte, höhere Abgabe für reichere Amerikaner schadeten der Wirtschaft.

Nach der Debatte äußerte der Vorsitzende des Nationalkomitees der Republikaner, Reince Priebus, scharfe Kritik an CNBC. Der Sender sollte sich darüber schämen, wie seine Moderatoren die Diskussion begleitet hätten. Während der zweistündigen Debatte hätten sich die Kontrahenten beschwert, dass die Fragen feindselig und weit hergeholt gewesen seien, sagte er. sagte er. Doch die Leitung lehnte mit dem Argument ab, dass die Veranstaltung nicht von der Schule gefördert werde. Im Übrigen seien im Laufe der Jahre viele andere Präsidentschaftsbewerber dort aufgetreten.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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