US-Wahlkampf
Warum Deutschland für Mitt Romney ein Vorbild ist

Die Eurokrise ist im amerikanischen Wahlkampf angekommen. Sowohl Obama als auch sein Gegner Romney nutzen die Misere für ihre Zwecke. Als Kronzeuge dient beiden Merkels Sparkurs – als gutes und als schlechtes Beispiel.
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WashingtonEs gibt in Amerika ein ungeschriebenes Gesetz, das lautet frei übersetzt so: „Politik endet dort, wo das Meer beginnt“. Soll heißen: Zu Hause können ruhig die Fetzen fliegen, im Ausland aber machen US-Politiker niemals ihren Präsidenten schlecht. Geprägt hat dieses Gleichnis vor 65 Jahren der republikanische Senator Arthur Vandenberg, ein Verbündeter des demokratischen Präsidenten Harry S. Truman, und es gilt bis auf ein paar Ausrutscher noch immer.

Mitt Romney hat das Gesetz nun gebrochen. In einem Gastkommentar für das Handelsblatt Ende vergangener Woche zerpflückte Glenn Hubbard, Wirtschaftsberater des republikanischen Präsidentschaftskandidaten, die Politik von US-Präsident Barack Obama in der Euro-Krise. Die Forderung Obamas vor allem an Deutschland, weniger zu sparen und stattdessen mehr Mittel für die Rettung der Euro-Zone bereitzustellen, sei grundfalsch. „Romney-Berater trägt US-Politik nach Übersee“, empörte sich prompt die „New York Times“.  

Obamas Lager ließ die Attacke nicht lange unbeantwortet. Hubbards Artikel richte sich gegen „wichtige Schritte, die die wirtschaftliche Erholung fördern“, schimpfte Kampagnensprecher Ben LaBolt. „Und er untergräbt Amerikas Außenpolitik“. Damit sind Deutschland und die Euro-Krise endgültig im US-Wahlkampf angekommen. 

Die Konfliktlinien in Europa ähneln denen in Amerika. Auch im Präsidentschaftswahlkampf geht es um die grundsätzliche Frage, was zur Krise geführt hat und wie man sie am besten bekämpft. Ironischerweise kommt die Euro-Krise beiden Lagern dabei sogar ganz gelegen: Sie können an Ihr das eigene Profil schärfen. „Jeder will Europa für seine eigenen Zwecke zu Hause nutzen“, sagte Ian Bremmer von der Beratungsfirma Eurasia dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. 

Kommentare zu " US-Wahlkampf: Warum Deutschland für Mitt Romney ein Vorbild ist"

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  • Ich will Mitt Romney kein Vorbild sein, denn er würde glatt einen neuen Krieg anfangen und das zerstören,was Obama aufgebaut hat. Sein ganzes Lebenswerk beruht nur auf Zerstörung.

  • Dass Deutschland so verantwortungslos Kreditbetrug begeht (die realwertige Rückzahlung der Schulden, ist ab einer bestimmten Größe ausgeschlosssen!) wie die Obama-Administration und ihre Pseudo-Keynesianischen "Ökonomen" ist schon deshalb unmöglich, weil der Euro keine Leitwährung ist und wir nicht im gleichen Maße wie die USA die Welt für unsere Defizite mitzahlen lassen können. D.h. wir würden einen Vertrauensverlust viel eher in steigenden Zinsen oder falls die EZB eingreift in steigender Inflation (aufgeblasene Bankbilanzen sind auch Inflation!) spüren. Schon deshalb sind Obamas Ratschläge mit Vorasicht zu genießen.

    Aber auch Romney sollte sich nicht nur das herausgreifen ,was ihm bei Deutschland passt, denn das deutsche Sozialsystem ist essenteiller Bestandteil der deutschen Wirtschafts-Politik. Insofern wird ein alleiniger Sparkurs ohne Rück-Umverteilung von den spekulationsnahen oberen zu den konsumnahen unteren Einkommen nicht zielführend sein. Diese maßvolle Rückumverteilung leistungsloser, vor allem systembedingter Vorteile der oberen Zehntausend, würde dem Leistungsprinzip wieder Geltung verschaffen.

  • Die grossen VORTEILE der Krise sind folgende:
    - Die riesige Schuldentrommel, die von den westlichen Staaten voran geschoben wird und die unsere Kinder einmal erdrücken würden - wird zerschlagen. ok.
    - Die Zerstörung der Erde, die durch das ständige Wachstum der weltweiten Industrie vorangetrieben wird und die unseren Kindern eine leblose Erde hinterlassen würde - wird gebremst. ok.

    Also Abbremsen der Wirtschaft auf ein "Erdverträgliches Mass" und Abbau der Schulden, damit unsere Kinder nicht von den Zins-Zahlungen erdrückt werden. Alles richtig, aber es darf keine Welfare-Kulture Einzug halten dabei, wo Faulheit udn soziale Absicherung zum Nulltarif Einzug halten. Also - niemals eine Transferunion. Und der Westen muss zusammenhalten - auf konservative Weise. Kein Neo-Sozialismus/Kommunismus !

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