US-Wanderer
Clinton „tief enttäuscht“ von Urteil im Iran

Hillary Clinton ist „tief enttäuscht“ von dem Urteilsspruch gegen die US-Wanderer Bauer und Fattal im Iran. Die US-Außenministerin fordert die sofortige Freilassung. Die sollen für acht Jahre ins Gefängnis.
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Teheran/WashingtonMehr als zwei Jahre nach ihrer Festnahme im Iran sind zwei US-Bürger zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das bestätigte die iranische Justiz am Sonntag. Die Amerikaner Shane Bauer und Joshua Fattal hätten je drei Jahre Haft wegen illegalen Grenzübertritts und fünf Jahre für Spionage erhalten, bestätigte Staatsanwalt Abbas Dschafari Dowlatabadi nach Berichten der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Der Verteidiger habe nun 20 Tage Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Die Regierung in Washington forderte die sofortige Freilassung der beiden.

Bauer und Fattal waren im Juli 2009 zusammen mit ihrer Landsfrau Sarah Shourd verhaftet worden. Die drei Amerikaner hatten angegeben, im irakischen Kurdengebiet als Wanderer unterwegs gewesen zu sein und die unmarkierte Grenze unabsichtlich überquert zu haben. Shourd war im vergangenen September aus gesundheitlichen Gründen auf freien Fuß gesetzt worden und in die USA zurückgekehrt. Die auf medizinische Behandlung angewiesene Frau hatte gegen eine Kaution von 500.000 Dollar und das Versprechen, zum Prozess zurückzukehren, ausreisen dürfen.

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich „tief enttäuscht“ von dem Urteilsspruch gegen Bauer und Fattal. „Wir werden weiter ihre sofortige Freilassung fordern und dafür arbeiten - für sie ist es an der Zeit, nach Hause zurückzukehren und mit ihren Familien wieder vereint zu sein“, hieß es in einer am Sonntag in Washington verbreiteten Erklärung Clintons. „Ich schließe mich Präsident Obama und dem amerikanischen Volk an, unsere unermüdliche Unterstützung für Shane, Joshua und Sarah und deren Familien in dieser schweren Zeit zum Ausdruck zu bringen“, erklärte Clinton.

Am Samstag hatte zunächst das staatliche iranische Fernsehen über das Urteil berichtet. Das US-Außenministerium erklärte daraufhin, es habe die Berichte gesehen und arbeite daran, konkrete Informationen zu erhalten. Auch dem Anwalt der Amerikaner war ein Urteil zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. „Ich habe weder offizielle noch inoffizielle Informationen“, sagte Massoud Shafei am Samstag der Nachrichtenagentur Isna.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Wanderer: Clinton „tief enttäuscht“ von Urteil im Iran"

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  • Die irakische, afghanische und libysche Bevölkerung ist tief enttäuscht von den amerikanischen Bombenabwürfen auf ihre Bürger.
    Clintons Kommentare zu den "Wanderern" sind völlig absurd. Mit wirklich allen Mitteln wird versucht auch den Iran als legitimes Ziel aufzubauen.

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