US-Whistleblower Brown
Vom Kopiergerät in den Knast

Die Geschichte von Barrett Brown gleicht einem Polit-Thriller. Sie zeigt, wie unerbittlich die Obama-Regierung gegen Internetaktivisten vorgeht. Weil Brown heikle Informationen verbreitet hat, droht ihm lebenslange Haft.
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Für Hollywood-Filmemacher sind es glückliche Monate. Die Whistleblower-Karriere von Wikileaks-Gründer Julian Assange gleicht einem Krimi – verfilmt wurde sie bereits. Und auch der Fall Barrett Brown taugt zum Drehbuch: Der texanische Journalist muss möglicherweise 45 Jahre hinter Gittern verbringen. Sein Vergehen: Er verlinkte von seinem eigenen Internetportal auf Dokumente bei Wikileaks. Schlimmstenfalls drohen dem Internetaktivisten und früheren Anonymous-Sprecher Rechtsexperten zufolge bis zu 105 Jahre Gefängnis. Er wolle die Öffentlichkeit über Überwachungstechnologien, Vertragsabschlüsse der Regierung mit privaten Sicherheitsfirmen und „Online-Propaganda“ informieren, schrieb Brown bereits vor Monaten in seinem privaten Internetblog; lange noch, bevor Edward Snowden den größten Datenskandal der Geschichte um den US-Geheimdienst NSA ans Licht brachte. Seit fast einem Jahr wartet Brown, der unter anderem für den Guardian berichtete, nun in Dallas im US-Bundesstaat Texas auf seine Verurteilung. Vor wenigen Tagen war seine Anhörung.

Die Geschichte Browns ist zwar weniger bekannt als die eines Julian Assange oder eines Edward Snowdens. Doch zeigt sie genauso eindrucksvoll, wie unerbittlich die US-Regierung derzeit gegen unbequeme Internetaktivisten vorgeht – und wie groß Barack Obamas Angst vor weiteren Enthüllungen sein muss. Keine andere US-Regierung vor ihm hat mehr „Whistleblower“ angeklagt. Sechs von neun Klagen wegen Spionage fallen in Obamas Zeit – und Brown gehört noch nicht einmal dazu. Für ihn haben sich die Behörden etwas anderes ausgedacht, denn er war weder ein Hacker noch ein „Whistleblower“ im eigentlichen Sinn. Er hat sich weder illegalen Zugang zu Informationen verschafft noch hat er Interna seines Arbeitsgebers an die Öffentlichkeit weitergegeben. Was also wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor?

Brown hat sich nicht unbedingt als gesetzestreuer Bürger einen Ruf gemacht, so viel ist klar. Neben der Verbreitung gestohlener Daten, werden ihm die Bedrohung eines FBI-Agenten und Justizbehinderung zur Last gelegt. Dennoch sind viele Experten über die Höhe des Strafmaßes irritiert. Denn wer FBI-Agenten bedroht, kommt zwar nicht ungeschoren davon. Dafür sind auch schon andere monatelang ins Gefängnis gewandert. 105 Jahre allerdings sind lang.

Wer die Anklageschrift liest, versteht denn auch schnell, worum es eigentlich geht: Brown hat sich noch eines anderen Vergehens schuldig gemacht, bei dem US-Behörden mittlerweile Null Toleranz zeigen. Der Journalist hat auf seiner persönlichen Internetplattform auf heikle Dokumente verlinkt, die derzeit auf der Enthüller-Plattform Wikileaks einzusehen sind. Diese hatten Hacker mit dem Deckmantel Anonymous Ende 2011 von der US-Sicherheitsanalysefirma Stratfor geklaut. Es handelte sich um mehrere Millionen Nachrichten, unter denen sich auch einige tausend unverschlüsselte Kreditkarteninformationen befanden. Sie wurden Brown zum Verhängnis.

Kommentare zu " US-Whistleblower Brown: Vom Kopiergerät in den Knast"

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  • "Der texanische Journalist muss möglicherweise 45 Jahre hinter Gittern verbringen. Sein Vergehen: Er verlinkte von seinem eigenen Internetportal auf Dokumente bei Wikileaks."

    Was an Amerika hat noch mit Rechtsstaat, Demokratie oder Freiheit zu tun?

    Widerlich dieses Regime, zu tiefst widerlich.

    Liebe Bürger Amerikas, wacht auf, bevor es zu spät ist.

  • Obama zeigtz täglich mehr, dass er kein Demokrat ist und nie einer war
    Die Ur-Väter der USA würden sich im Grab umdrehen

  • Nach Clinton lässt jetzt O.o.bama die Hosen runter! Was für ein Abgang!!!

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