US-Wirtschaft
Weniger Jobs als erwartet

Im September hat die US-Wirtschaft weit weniger Jobs geschaffen als erwartet. Die US-Notenbank Fed muss damit weiter auf eine durchgreifende Wende am Arbeitsmarkt warten. Erst danach will sie ihre Geldpolitik straffen.
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WashingtonDie US-Wirtschaft hat im September weit weniger Jobs geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 148.000, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 180.000 gerechnet. Die Entwicklung dürfte die Notenbank kaum ermutigen, ihre Politik des billigen Geldes demnächst aufzugeben.

Als Faustregel gilt in den USA, dass etwa 200.000 Arbeitsplätze pro Monat neu geschaffen werden müssen, um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten. „Die Arbeitslosenquote wird nur sehr schrittweise heruntergehen“, sagte ein Analyst der Finanzagentur Bloomberg.

Wegen des Etatstreits in Washington hatte sich die Veröffentlichung der Zahlen um zwei Wochen verzögert. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank hingegen leicht auf 7,2 von zuvor 7,3 Prozent. Der nach wie vor schwache Arbeitsmarkt wird die Entscheidung der Fed entscheidend beeinflussen, wann mit dem geplanten Abbau der ultralockeren Geldpolitik begonnen werden soll. Fed-Chef Ben Bernanke betont immer wieder, dass erst dann mit dem schrittweisen Ausstieg aus der quantitativen Lockerung begonnen werden kann, wenn der Arbeitsmarkt sich deutlich erholt hat. Zeitweise gab es Spekulationen, dass damit bereits ab September oder im Herbst begonnen werden könnte.

Der Euro stieg nach den mit Spannung erwarteten Daten um mehr als einen halben US-Cent auf 1,3743 Dollar - das ist der höchste Stand seit Mitte 2011.

Die Fed pumpt derzeit jeden Monat 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft - über den Kauf von Immobilienpapieren und Staatsanleihen. Die Fed, die nächste Woche zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, dürfte nach Einschätzung von Experten erst nächstes Jahr mit dem Zurückfahren der Konjunkturhilfen beginnen – auch wegen der negativen Auswirkungen des Etatstreits.

Zwar gibt Bernanke seinen Job Anfang 2014 auf. Und Präsident Barack Obama hat die bisherige Vize-Chefin der Fed, Janet Yellen, als Nachfolgerin nominiert. Doch auch Yellen hat bereits signalisiert, dass sie einen ähnlich behutsamen Kurs wie Bernanke fahren will.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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