USA-Afrika-Gipfel
"Afrika kann Handelsplatz der Zukunft werden"

US-Außenminister Kerry ist sich sicher, dass Afrika großes Potential neben seinen Rohstoffen hat. Der Kontinent müsse seine größte Ressource, seine Bevölkerung, stärken. Dazu gehörten Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
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WashingtonMit Blick auf die boomenden Märkte Afrikas hat die Regierung von US-Präsident Barack Obama Delegationen aus fast 50 Ländern des Kontinents in Washington empfangen. Der am Montag begonnene USA-Afrika-Gipfel ist das größte Treffen dieser Art, das bislang in den Vereinigten Staaten stattgefunden hat. US-Außenminister John Kerry hob das Potenzial des Kontinents hervor, auf dem große Teile der Bevölkerung in Armut leben.

"Afrika kann der Handelsplatz der Zukunft sein", sagte Kerry zum Auftakt des dreitägigen Treffens. Die Wirtschaft des Kontinents verzeichnet seit Jahren ein kräftiges Wachstum, für 2014 sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Anstieg in Afrika südlich der Sahara um 5,4 Prozent voraus.

"Das ist eindeutig ein Moment der Möglichkeit für alle Afrikaner", sagte Kerry bei einer Veranstaltung zu der US-afrikanischen Handelsvereinbarung AGOA. Der Außenminister rief die afrikanischen Länder auf, sich nicht nur auf ihren Rohstoffreichtum zu verlassen. Die "größte Ressource" des Kontinents sei "das Talent und die Fähigkeit und die Bestrebungen seiner Bevölkerung".

Der USA-Afrika-Gipfel besteht aus zahlreichen Veranstaltungen, die bis Mittwoch an verschiedenen Orten in Washington stattfinden. Die Spannbreite der Themen bei den Diskussionsforen am Montag reichte von Nahrungsmittelsicherheit in Zeiten des Klimawandels über die Gesundheitspolitik bis zum Kampf gegen die Wilderei.

Der Dienstag steht im Zeichen des US-afrikanischen Wirtschaftsforums, das die beiderseitigen Handelsbeziehungen stärken soll. Anschließend lädt Obama die afrikanischen Staats- und Regierungschefs zu einem Abendessen ins Weiße Haus ein, ehe der Präsident am Mittwoch beim eigentlichen Gipfeltreffen mit seinen Gästen in drei Arbeitssitzungen über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit, Sicherheitsfragen wie den Kampf gegen den Terrorismus sowie gute Regierungsführung sprechen will.

Mit dem Gipfel reagieren die Vereinigten Staaten auf den wachsenden chinesischen Einfluss in Afrika. Bislang sind die USA nur drittwichtigster Handelspartner der afrikanischen Länder hinter der Europäischen Union und China. "Wir wollen und wir werden hart arbeiten, damit mehr amerikanische Firmen in Afrika investieren", sagte Kerry. Der US-Energieriese General Electric kündigte am Rande des Gipfels am Montag Investitionen in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2018 in Afrika an.

Bereits vor einem Jahr hatte Obama während der ersten Afrika-Reise seiner Amtszeit mit Stationen im Senegal, in Tansania und in Südafrika für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen geworben. "Ich sehe Afrika als die nächste große Erfolgsstory der Welt - und die USA wollen ein Partner bei dem Erfolg sein", hatte der erste afroamerikanische Präsident der Vereinigten Staaten damals erklärt.

Kritiker werfen der US-Regierung vor, bei dem Gipfel Menschenrechtsfragen hinter die Wirtschaftsinteressen zurückzustellen. Kerry sprach das Thema am Montag vor Vertretern der Zivilgesellschaft aber an. "Eine starke Zivilgesellschaft, Respekt für die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte - das sind nicht nur amerikanische Werte, das sind universelle Werte", sagte er. Dabei versprach er den Einsatz der USA für die Pressefreiheit und die Rechte von Homosexuellen in Afrika.

Das Treffen in Washington wird überschattet von der Ebola-Epidemie in Westafrika, der bislang mehr als 880 Menschen erlagen. Die US-Regierung hatte angekündigt, die anreisenden Delegierten gründlich zu kontrollieren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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