USA bekräftigen Unterstützung für Rückzugsplan
Likud-Mitglieder lehnen Scharons Trennungsplan ab

Der Plan des israelischen Regierungschefs zum einseitigen Rückzug aus dem palästinensischen Gaza-Streifen ist bei den Mitgliedern seiner Likud-Partei abgelehnt worden. Scharon erlitt damit eine empfindliche Niederlage.

HB TEL AVIV. Wie der israelische Rundfunk am Montag nach Bekanntgabe parteiamtlicher Ergebnisse der Urabstimmung weiter berichtete, waren 39 % der Wähler dafür. Etwa die Hälfte der 193 000 Likud-Mitglieder habe sich am Sonntag an der Abstimmung beteiligt. Scharon hatte angekündigt, das Ergebnis zu akzeptieren, seinen den Plan aber weiter zu verfolgen.

Scharon räumte die Niederlage ein, erklärte aber zugleich, im Amt des Regierungschefs zu bleiben. Er werde über das weitere Vorgehen nun mit dem Kabinett und den Fraktionen der Koalition beraten, sagte er. Sollte Scharon den Plan dem gesamten Volk vorlegen, dürfte er Umfragen zufolge eine Mehrheit dafür bekommen. Die USA bekräftigten ihre Unterstützung für den Plan. Von deren weit reichenden Zusagen hatte sich Scharon einen positiven Einfluss auf die Abstimmung in seiner Partei erhofft. Ultra-konservative Siedler und viele ihrer Verbündeten im Likud sind jedoch grundsätzlich gegen jede Aufgabe palästinensischer Gebiete. Scharon hatte seinen Plan eines einseitigen Rückzugs mit der anhaltenden Gewalt begründet, deretwegen die internationalen Bemühungen um Friedensverhandlungen keine Fortschritte mehr machten.

„Ich habe die Absicht, Israel nach bestem Wissen weiter zu führen, im Einklang mit meinem Gewissen und meinen öffentlichen Pflichten. Das ist nicht einfach - aber ich habe die Absicht, dies auszuführen“, sagte Scharon am Abend. Die Auszählung eines Drittels der Stimmen bestätigte die Prognosen, die TV-Sender unmittelbar nach Abschluss des Parteireferendums veröffentlicht hatten. Demnach sind rund 60 % der Likud-Wähler gegen den Rückzug und die Aufgabe aller israelischen Siedlungen in dem seit 1967 besetzten Gebiet am Mittelmeer. Dies sei der härteste Rückschlag für Scharon, seit er 2001 das Regierungsamt übernommen habe, und werde ihn deutlich schwächen, sagten politische Experten. Scharon werde es schwer haben, dem Rückzugsplan unter diesen Bedingungen neues Leben einzuhauchen, schrieb Aluf Benn in der Montagsausgabe der Zeitung „Haaretz“.

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