USA bezeichnete Gespräche dennoch als konstruktiv
Atomgespräche mit Nordkorea erfolglos abgebrochen

Die Sechs-Nationen-Gespräche mit Nordkorea über sein Atomprogramm sind in China ergebnislos beendet worden. Ein Fortsetzung ist für September geplant.

HB BERLIN. Der Atomstreit mit Nordkorea bleibt weiter ungelöst. Am Samstag gingen die Sechsparteiengespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms in Peking zu Ende, ohne dass ein Durchbruch erzielt wurde. Ende September soll es laut Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap eine weitere Verhandlungsrunde geben.

Der chinesische Delegierte, Vizeaußenminister Wang Yi, sprach von schwierigen Verhandlungen. Die Parteien vertrauten einander nicht genügend, sagte er. Es habe zahlreiche Differenzen gegeben. Ein US-Vertreter bewertete dagegen den Verlauf der Gespräche als konstruktiv.

In einer Stellungnahme erklärte Nordkorea nach dem Ende der Gespräche, man sei zu einem vollständig Abbau der Atomanlagen bereit, wenn die entsprechenden Bedingungen geschaffen würden. Falls sich die USA an den Energielieferungen «substanziell beteiligen», könne sich Pjöngjang bei den anderen Forderungen flexibel zeigen, hieß es. Das Atomprogramm könne zuerst eingefroren und später ganz eingestellt werden. «Während der Einfrierung würden wir keine neuen Atomwaffen bauen, sie transportieren oder testen», hieß es weiter.

Die Delegationen Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands wollen nun im September mit den Verhandlungen forfahren und, wie es hieß, «technische Gespräche» führen. Dabei solle es um konkrete Schritte zum Abbau von Pjöngjangs Atomprogramm gehen. Dies solle über Entschädigungen erreicht werden.

Nach einem Vorschlag der USA von dieser Woche könnte Nordkorea Energielieferungen und eine Sicherheitsgarantie bekommen, falls es sein Atomprogramm einstellt. Während Japan und Südkorea bereits Öllieferungen in Aussicht stellten, wollen die USA dem Vorschlag zufolge nicht selbst liefern.

Unterdessen erklärte eine Sprecherin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Deutschlandradio Berlin, Nordkorea bleibe das gefährlichste Land der Welt, das mit atomwaffenfähigem Material experimentiere. Anders als Iran oder Pakistan befände sich Nordkorea außerhalb jeglicher Kontrollsysteme, sagte die IAEA-Vertreterin. Das Land sei aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgestiegen, drohe mit Atomtests und gebe zu, dass es den Besitz von Atomwaffen anstrebe.

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