USA
Bush verliert auch seinen Redenschreiber

Es wird einsam um den amerikanischen Präsidenten George W. Bush: Nach seinem Stabschef, seinem Sprecher und seinem Top-Berater nimmt auch sein enger Vertrauer Michael Gerson seinen Hut. Gerson hatte dem Präsidenten jahrelang die Reden geschrieben.

HB WASHINGTON. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Mittwoch, Gerson wolle sich anderen Aufgaben widmen, darunter dem Schreiben. Einen Grund für die Demission nannte das Präsidialamt nicht.

Der streng gläubige Christ Gerson hatte Bush sieben Jahre lang begleitet. Er gilt als richtungsprägend für den so genannten „mitfühlenden Konservatismus“ Bushs, mit dem der Präsident konservative Werte mit sozial gerechtem Handeln verbinden will. Gerson prägte in den vergangenen Jahren die meisten jene Formulierungen, die zu den Markenzeichen der Bush-Präsidentschaft wurden. Der Redenschreiber schmiedete auch die Politik von Bush mit, etwa als Initiator verstärkter Maßnahmen zur globalen Bekämpfung von Armut und Aids in der Welt und als einer der Architekten der Bush-Doktrin zur Verbreitung der Demokratie weltweit.

Mit Gerson verlässt der vierte langjährige Mitarbeiter die Bush-Administration: In diesem Jahr traten bereits der Stabschef im Weißen Haus, Andrew Card, Sprecher Scott McClellan und Finanzminister John Snow zurück. Der Personalwechsel vollzieht sich vor dem Hintergrund anhaltend schlechter Umfragewerte für die regierenden Republikanern nur wenige Monate vor der Kongresswahl.

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