USA diskutiert Manager-Gehälter
Fed-Vertreter wollen Bonus-Regeln für Banker verschärfen

William Dudley, Präsident der Fed in New York, glaubt nicht das die Finanzkrise nur auf das Konto „einiger schwarzer Schafe“ geht. Er will Änderungen beim Prinzip der Manger-Boni. Da ist er nicht allein.
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New YorkAuch in den USA nimmt die Debatte um Millionen-Boni für Banker Fahrt auf. Der Präsident des Notenbank-Bezirks von New York, William Dudley, preschte auf einer Konferenz vor, die Boni erst mit zehn Jahren Verzögerung auszuzahlen und gegebenenfalls mit Strafen für das Geldhaus zu verrechnen.

Der bei der Federal Reserve für die Bankenregulierung zuständige Gouverneur Daniel Tarullo schlug auf der gleichen Veranstaltung vor, Banker nicht nur für zusätzliche Erlöse zu belohnen, die sie ihrem Institut brächten, sondern auch dafür, dass sie Verluste vermeiden oder Risiken frühzeitig erkennen.

Dudley, selbst bis 2007 ein führender Manager bei der Investmentbank Goldman Sachs, ging mit der Finanzbranche hart ins Gericht. „Ich halte nichts von dem Märchen, dass der heutige Zustand Ergebnis von Taten isolierter, skrupelloser Händler oder einiger schwarzer Schafe innerhalb der Unternehmen ist.“ Die größten Banken hätten seit 2008 zusammen weit mehr als 100 Milliarden Dollar Strafen bezahlt. Sie hätten das Vertrauen der Öffentlichkeit weitgehend eingebüßt.

Eine Lösung sei, als Boni nicht Aktien auszugeben, sondern in Form spezieller Anleihen, schlug Dudley am Montag vor. Dann könnten Strafen aus diesem Topf bezahlt werden, ohne die Aktionäre zur Kasse bitten zu müssen. „Wenn es zu einer Strafe kommt, würden die Anleihen verfallen“, sagte Dudley auf der von seinem Fed-Bezirk veranstalteten Konferenz über den Kulturwandel in der Branche.

Zudem sprach sich Dudley für ein branchenweites Zentralregister für Händler und andere Banker aus. Damit könne verhindert werden, dass Mitarbeiter, die ständig gegen die Regeln verstießen, sich einfach mit dem Wechsel des Arbeitgebers aus der Affäre zögen. Tarullo verwies darauf, dass die Aufseher in den USA zwar nicht als Strafverfolger tätig werden könnten, aber die Degradierung und Entlassung schwarzer Schafe erwirken und sogar Berufsverbote verhängen könnten.

Politik und Aufseher in Europa sind gedanklich schon weiter. Die EU-Kommission will die Boni vom nächsten Jahr an auf das Doppelte des jährlichen Fixgehaltes deckeln, sofern die Aktionäre zustimmen. Zahlreiche Banken zahlen Boni schon jetzt mit zum Teil mehrjähriger Verzögerung aus, um zu erkennen, ob die damit belohnten Erfolge sich als nachhaltig erweisen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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