USA drohen
Nordkorea baut offenbar Atomwaffen-Arsenal aus

Nach Medienangaben hat Nordkorea sein Atomwaffen-Arsenal ausgebaut und damit den Streit mit den USA über sein Atomprogramm weiter verschärft. „Wir haben ernsthafte Schritte unternommen, um unser Atomwaffen-Arsenal zu vergrößern, und wir sind auch darauf vorbereitet, unsere gesamte Militärmacht gegen jede Provokation des Feindes zu mobilisieren“, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag.

HB PEKING/SEOUL. Die USA haben Nordkorea vor „anderen Optionen“ gewarnt, falls Nordkorea im Atomstreit nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt. US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte China am Montag in Peking auf, seinen Einfluss durch seine „engen Beziehungen“ zu Pjöngjang zu nutzen und Nordkorea zu einer Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. Staats- und Parteichef Hu Jintao sicherte ihr dies zu.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben sein „Atomwaffenarsenal“ als Reaktion auf angebliche Angriffsvorbereitungen der USA ausgebaut. Die derzeit im Süden der koreanischen Halbinsel stattfindenden gemeinsamen Truppenübungen der US-Streitkräfte mit Südkorea seien „Vorbereitungen auf einen Krieg gegen uns“, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag einen Bericht der zentralen nordkoreanischen Rundfunkstation. Nordkorea habe deshalb „eine ernsthafte Maßnahme getroffen, indem wir unser Atomwaffenarsenal als Vorbereitung auf eine Invasion der Feinde erweitert haben“.

Die US-Außenministerin sieht die diplomatischen Bemühungen nicht erschöpft, betonte aber, es sei jedem bewusst, dass es auch „andere Optionen im internationalen System gibt“. Der Hinweis könnte sich auf Forderungen beziehen, den Atomkonflikt vor den Weltsicherheitsrat zu bringen oder Sanktionen zu verhängen. Rice sagte, die USA warteten auf eine Antwort Nordkoreas. „Es liegt viel auf dem Tisch für Nordkorea.“ Trotz aller Zusagen habe Pjöngjang aber bislang „nicht die Bereitschaft und die Entschlossenheit gezeigt, eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen Wirklichkeit werden zu lassen“.

Eine neue Chance, die Gespräche mit Nordkorea voranzutreiben, bietet der Besuch des nordkoreanischen Ministerpräsidenten Pak Bong Ju, der am Dienstag zu einem fünftägigen China-Besuch in Peking eintrifft. Nach südkoreanischen Presseberichten will China nach dessen Rückkehr nach Nordkorea erneut einen Vermittler nach Pjöngjang schicken, um die Verhandlungen voranzubringen. Regierungsbeamte berichteten ferner, Rice habe den Verbündeten auf ihrer Reise deutlich gemacht, dass die Geduld der USA ihre Grenzen erreiche.

Wenn die Nordkoreaner auf dem eingeschlagenen Weg weitergingen, „haben sie ein Problem nicht nur mit den USA, sondern auch mit Japan, China und den anderen Nachbarn“, sagte Rice nach einem Treffen mit Chinas Außenminister Li Zhaoxing. Mit den Gesprächen in Peking beendete Rice ihre achttägige Asienreise und flog nach Washington zurück.

Scharfe Kritik übte Rice in Peking an dem chinesischen Anti- Abspaltungsgesetz, das einen Militärschlag gegen Taiwan androht. China müsse jetzt Maßnahmen ergreifen, um die dadurch ausgelösten Spannungen wieder abzubauen. Die USA wollten nicht, dass eine der beiden Seiten einseitig den Status quo verändere oder die Spannungen verschärfe. Die Europäer warnte Rice, ihr Waffenembargo gegen China aufzuheben, weil es das militärische Gleichgewicht verändern könnte. In dieser Frage seien sich die USA mit Japan und Südkorea einig.

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