USA fliegen neue Angriffe
Auch die Bundeswehr startet in den Irakkrieg

Deutschland rüstet die Kurden im Irak mit Waffen für den Kampf gegen die IS aus. Die Eröffnung einer zweiten Front in Syrien kommt im Uno-Sicherheitsrat zur Sprache. Und der Brite Cameron stimmt sein Land auf Krieg ein.
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DüsseldorfDie deutsche Waffenhilfe für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak läuft am Mittwoch an. Von Leipzig aus (ca. 13.30 Uhr) soll eine erste Maschine mit Panzerfäusten, Gewehren und Munition über die Hauptstadt Bagdad in das nördlich gelegene Kurdengebiet.

Dort sollen die Waffen an die Peschmerga-Armee übergeben werden. Diese hält dort seit Wochen dem IS-Vormarsch stand, obwohl sie bislang schlechter ausgestattet ist als die Truppen der Extremisten, die zahlreiche Arsenale geplündert und Waffen erbeutet haben. Insgesamt werden 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet.

Mit dem internationalen Vorgehen gegen die Dschihadisten befasst sich am Mittwoch auch der Uno-Sicherheitsrat unter Leitung von US-Präsident Barack Obama. Die Krise dürfte zudem das beherrschende Thema der am selben Tag in New York beginnenden Generaldebatte der Vollversammlung der Vereinten Nationen sein.

Die USA hatten in der Nacht auf Dienstag gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten erstmals IS-Stellungen in Syrien beschossen. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei 70 IS-Extremisten getötet. Zudem starben 50 Kämpfer der weitgehend unbekannten Chorasan-Gruppe, die mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger verbunden ist. Chorasan soll nach Angaben des Pentagon kurz vor einem Terroranschlag in den USA oder Europa gestanden haben.

Am Mittwoch setzten die USA ihre Luftangriffe gegen IS-Ziele im Norden Syriens fort. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtergruppe für Menschenrechte wurden am Mittwoch Ziele nahe der Stadt Kobani an der türkischen Grenze angegriffen. Die Kampfflugzeuge hätten die Ziele aus Richtung Türkei angesteuert, es habe sich nicht um syrische Maschinen gehandelt.

Die US-Luftwaffe beschoss anschließend im Irak und in Syrien drei weitere Ziele. Es seien zwei Stellungen der Extremisten in Syrien südwestlich von Dair as-Saur bombardiert worden, teilte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) mit. Im Irak gab es demnach einen weiteren Angriff nordwestlich der Hauptstadt Bagdad.

Die Angriffe in Syrien sind nach US-Angaben auf irakischen Wunsch erfolgt. „Die irakische Regierung hat die USA gebeten, internationale Maßnahmen anzuführen, um Stellungen und militärische Hochburgen des IS in Syrien anzugreifen“, schrieben die Vereinigten Staaten in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Irak habe um den Schutz seiner Bürger gebeten und um Hilfe bei der Sicherung seiner Grenzen.

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  • Unsere Kriegsministerin (von Verteidigung kann bekanntlich schon lange keine Rede mehr sein) von der Leyen ist hochmotiviert, ich denke das Amt der Bundeskanzlerin ist ihr hochgestecktes Ziel.

  • Gut, vielleicht durchschaut Frau von der Leyen die komplexe Lage, naiv erscheint sie trotzdem, wenn sie glaubt dem Publikum Zusammenhänge verschleiern zu können,
    die viel zu offensichtlich sind.

    Die Bombardierung Syriens nach den "Giftgasangriffen" wurde verhindert durch eine pol.Vermittlung von Russland aber nur aufgeschoben. Der sunnitische IS der von Katar materiell unterstütz wurde, hat massiv in das Spiel eingegriffen, um eierseits den irakischen Schiiten die Suppe zu versalzen und andererseits dem alevitischen Assad und die syrischen Christen und Jesiden den Garaus zu machen.

    Jetzt ist die Gelegenheit gekommen Syrien zu bombardieren, um über den Umweg IS doch noch Ziele zu erreichen, nämlich den Sturz Assads.

    Das Spiel ist hochkomplex mit verschiedenen Fronten und Frontwechseln beinah so wie derdreißigjährige Krieg in Europa von 1618-1648.

    Vielleicht dauert er auch dreißig Jahre, die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

  • Herr C. Falk

    Sie haben sicher recht. Allerdings unterstelle ich bei Frau v. d. Leyen nicht Naivität sondern Kalkül und Propaganda

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