USA
Gewerkschaften machen mobil gegen Ultrareiche

Nach langem Schweigen melden sich die US-Gewerkschaften zurück und fordern Steuererhöhungen für Höchstverdiener und wollen die Gier der Banken bekämpfen.
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Washington Nachdem sie das Feld lange allein Präsident Barack Obama und der erzkonservativen Tea-Party überlassen haben melden sich die US-Gewerkschaften zurück. Mit dem Druck der Straße und Boykotten wollten sie für Steuererhöhungen für Höchstverdiener sorgen und gegen die Gier der Banken kämpfen, sagte Bob King, Präsident der mächtigen Autogewerkschaft UAW, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

King wirft den Republikanern vor, mit ihrer Steuer- und Haushaltspolitik die soziale Ordnung der USA zu unterminieren. Die geforderten Kürzungen gingen "einseitig zu Lasten der kleinen Leute, gleichzeitig sorgen sie dafür, dass die Ultrareichen und die großen Firmen immer neue Steuersenkungen bekommen,“ sagte King. Republikanische Gouverneure in den Bundesstaaten sorgten mit Kürzungen bei Bildung und Infrastruktur dafür, dass Amerika im Wettbewerb mit Deutschland und China zurückfalle.

Der Gewerkschafter plädiert daher für Steuererhöhungen bei Reichen und Unternehmern: "Hedge-Fondsmanager zahlen in diesem Land kaum 14 Prozent Steuern. Das kann so nicht bleiben,“ sagte King.

Selbstkritisch räumte er ein, dass sich die Gewerkschaften nach Obamas Wahl zu sehr zurückgelehnt und "von ihm Wunderdinge erwartet" hätten. Damit habe man es der Tea Party zu leicht gemacht. In Zukunft würden die Gewerkschaften wieder aktiver werden, mit Protesten Druck für Steuererhöhungen erzeugen, sich bei den Hauptversammlungen der Banken zu Wort melden. Die UAW rufe ihre Mitglieder zudem dazu auf, "Gelder etwa bei JP Morgan oder Bank of America abzuziehen.“

King warnte davor, die Ankündigung der UAW zu unterschätzen, Autowerke in den Südstaaten wie die von BMW, Daimler und VW zu erobern: "Damit ist es uns sehr ernst", bekräftigte der UAW-Chef.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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