USA hatten vor Anschlag gewarnt
Tote und Verletzte durch Autobombe in Riad

In der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind am Mittwoch bei einem Autobombenanschlag auf Sicherheitskräfte mindestens zehn Menschen getötet worden. Der Anschlag fiel mit einem Besuch des stellvertretenden US-Außenministers Richard Armitage zusammen, der sich in der Stadt mit Kronprinz Abdullah traf.

HB RIAD. Vertreter des Innenministeriums beschrieben das Attentat als einen Terroranschlag und dem Fernsehen zufolge wurde am Explosionsort der Körper eines Selbstmordattentäters gefunden. Der Anschlag galt einem sechsstöckigen Gebäude der Sicherheitskräfte, das fast vollständig zerstört wurde. „Die Front des Gebäudes wurde weggerissen, und überall steigt Rauch auf“, berichtete ein Reuters-Korrespondent. In Riad waren bei Selbstmordanschlägen im vergangenen Jahr 50 Menschen getötet worden. In der vergangenen Woche hatten Sicherheitskräfte eigenen Angaben zufolge fünf Anschläge mit Autobomben in der Stadt vereitelt.

„Wir glauben, dass es sich um einen Terroranschlag handelt“, erfuhr Reuters aus dem Innenministerium. Ein mit Sprengsätzen bepacktes Auto sei explodiert, hieß es weiter. „Wir haben fünf Anschläge dieser Art verhindert. Aber mit dem hier sind sie durchgekommen“, sagte ein Vertreter. Die Polizei von Riad fahndet derzeit nach einer Gruppe militanter Moslems, mit denen sie sich vor kurzem Schießereien geliefert hat. Die selbe Gruppe soll vier Polizisten an Kontrollposten getötet haben.

Augenzeugen sprachen von zehn Toten und Sanitäter von rund 60 Verletzten, viele seien in kritischem Zustand. Unter den Toten sei ein hochrangiger Sicherheitsoffizier, sagten Rettungskräfte weiter.

In der Straße vor dem getroffenen Gebäude klaffte ein tiefer Krater. Trümmer und Glassplitter lagen verstreut. Flammen schlugen hoch und Rauch stieg über dem Viertel El Murabaa auf, wo auch die Gebäude des Informationsministeriums und des staatlichen Fernsehsenders stehen. Dutzende zerbeulte und vom Feuer geschwärzte Autowracks säumten die Straße.

Die US-Regierung hatte vergangene Woche alle US-Bürger aufgefordert, Saudi-Arabien wegen erhöhter Gefahr von Anschlägen auf westliche Einrichtungen umgehend zu verlassen. Zudem wurden alle nicht unbedingt benötigten Diplomaten aus dem Land zurückbeordert. Ein führender saudiarabischer Extremist hatte in der vergangenen Woche in einem im Internet verbreiteten Video seine Glaubensbrüder aufgerufen, US-Bürger zu töten.

Armitage beriet mit Prinz Abdullah über die Lage im Irak und die bilateralen Beziehungen ihrer beiden Länder, die nach den Anschlägen am 11. September 2001 angespannt waren. Die meisten Attentäter waren Saudiaraber, und auch der Moslem-Extremist Osama bin Laden, den die USA für die Anschläge verantwortlich machen, stammt aus dem Land. Saudi-Arabien hat jedoch in jüngster Zeit sein Vorgehen gegen Moslem-Extremisten verschärft, was die USA begrüßt haben. Das Land ist einer der engsten Verbündeten der USA in der Region und der weltweit größte Erdölexporteur.

Militante Moslem-Gruppen, die in Verbindung zur El Kaida stehen sollen, werden auch für die Attentate auf von Ausländern bewohnte Viertel in Riad verantwortlich gemacht, bei denen im vergangenen Jahr 50 Menschen starben. Unter den Toten waren neun US-Bürger.

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